Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Dresden-Gedenken: Mehr als 1000 Menschen protestieren gegen Neonazi-Kundgebung

Dresden-Gedenken: Mehr als 1000 Menschen protestieren gegen Neonazi-Kundgebung

Schon am Vorabend des Jahrestages der Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg sind in der Stadt Neonazis und Gegendemonstranten auf die Straße gegangen. Mehr als 500 Rechte wurden am Mittwochabend von der Polizei auf einen abgesperrten Teil des Theaterplatzes vor der Semperoper geleitet, auf dem sie eine Kundgebung angemeldet hatten.

Voriger Artikel
Studie vom Institut für Wirtschaft: Osten schafft weniger neue Arbeitsplätze
Nächster Artikel
Bundeswehr-Drohne muss bei Übungsflug mit Fallschirm notlanden

Etwa 200 Neonazis zogen am Abend des 12.02.2014 in einem Demonstrationszug mit Fackeln vor der Kulisse der Semperoper über den Theaterplatz in Dresden.

Quelle: dpa

Dresden. Deutlich über 1000 Demonstranten hatten sich zuvor bereits dort und in anderen Teilen der Altstadt eingefunden, um gegen den Missbrauch des Gedenkens durch die Neonazis zu protestieren.

Mit Blockaden, Nazis-raus-Rufen und Trillerpfeifen versuchten einzelne Demonstranten, ankommende Neonazis aufzuhalten. Zu gewaltsamen Zwischenfällen kam es zunächst nicht. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Unterdessen dürfen die Rechten eine für Donnerstag angemeldete Kundgebung nicht vor der Dresdner Frauenkirche, sondern nur in der Nähe des Hauptbahnhofes abhalten. Der Anmelder habe sich nicht binnen der gesetzten Frist zu einer Entscheidung des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts (OVG) geäußert, das ihm am Mittwoch einen anderen Kundgebungsort zugewiesen hatte, teilte die Stadt am Abend mit. Deshalb bleibe es bei dem vom Verwaltungsgericht Dresden in der Vorinstanz festgelegten Versammlungsplatz.

Ursprünglich wollten die Neonazis an diesem Donnerstag vor der Frauenkirche aufmarschieren. Das hatte die Stadt untersagt und ihnen einen anderen Kundgebungsort zugewiesen. Das Verwaltungsgericht Dresden hatte das Nein der Stadt zur Kundgebung vor der Frauenkirche bestätigt und den Rechten eine Freifläche in Bahnhofsnähe zugewiesen. Dagegen hatte der Anmelder Beschwerde beim OVG in Bautzen eingelegt.

Die Richter dort hatten den Verlegungsbescheid der Stadt bestätigt, den Rechten aber wiederum einen neuen Versammlungsort im Zentrum der Stadt zugewiesen, allerdings hätte die Kundgebung dann bereits am Mittag beziehungsweise frühen Nachmittag stattfinden müssen. Die Frist zur Bestätigung dieser Regelung ließen die Neonazis dann verstreichen.

Gegen die Kundgebungen der Neonazis waren für Mittwoch und Donnerstag bereits mehrere Demonstrationen von Gewerkschaften, der evangelischen Kirche, Studenten, Schülern und Privatleuten angemeldet worden. Auch Dresdens Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) forderte die Bürger auf, ein klares Bekenntnis gegen Gewalt und Hass abzugeben. Der Missbrauch dürfe nicht ohne Reaktion geschehen, sagte Orosz.

Dresden war am 13. und 14. Februar 1945 bei Angriffen britischer und amerikanischer Bomber schwer zerstört worden. Bei den Bombardements starben nach neuen Erkenntnissen bis zu 25 000 Menschen. Die Innenstadt wurde bei einem Feuersturm in Schutt und Asche gelegt.

Rico Gebhardt, Landesparteichef der Linken, verwies auf den geschichtlichen Zusammenhang: „Der 13. Februar 1945 steht nicht als singuläres Ereignis in den Geschichtsbüchern, sondern im Kontext des Zweiten Weltkrieges. Das Grauen dieses Krieges, mit dem Deutschland die Welt überzogen hat, kam an diesem Tag nach Dresden zurück“, sagte er.

Die sächsische SPD warb am Mittwoch auf Plakaten für ein gemeinsames Vorgehen gegen Rechtsextreme: „Heimat schützen! Miteinander gegen Nazis“ lautet der Slogan der Sozialdemokraten. Dresdner Kulturinstitutionen machen schon seit Jahren mit einem Spruch des aus Dresden stammenden Schriftstellers Erich Kästner mobil: „An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern.“

Etwa 3000 Beamte aus ganz Deutschland sollen am Donnerstag in Dresden Zusammenstöße zwischen Neonazis und Gegendemonstranten verhindern und ein friedliches Gedenken ermöglichen.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Farbspiele
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2018 farbenfrohe Fotos

    Beim Fotowettbewerb der Sparkasse Leipzig kann nun über die zwölf Kalendermotive abgestimmt werden. Das Voting endet am 31. August 2017. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr