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Dresden-Tourismus legt weiter zu - Mängel bei Verkehrsanbindung

Dresden-Tourismus legt weiter zu - Mängel bei Verkehrsanbindung

Dresden. Dresdens Tourismus fährt weiter auf der Erfolgsschiene: Bereits das dritte Jahr in Folge vermeldet die Dresden Marketing GmbH (DMG) Rekordwerte.

Wieder sind 1,3 Prozent mehr Touristen in die sächsische Landeshauptstadt gereist, als im Jahr zuvor. Insgesamt haben damit im ersten Halbjahr dieses Jahres über 1,7 Millionen Gäste in Dresden übernachtet. „Die Tourismusbilanz ist eine Erfolgsgeschichte für unsere Stadt“, erklärte Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU). „Doch wir dürfen uns auf diesen Erfolgen nicht ausruhen.“ Der Tourismus sichere mittlerweile knapp 20 000 Arbeitsplätze, der Einzelhandel erwirtschafte mittlerweile mehr als 270  Millionen Euro über den Tourismus.

„Wir sind überglücklich, dass wir das vergangene Jahr auch ohne den Kirchentag noch toppen konnten“, sagte DMG-Geschäftsführerin Bettina Bunge. In vier von sechs Monaten des vergangenen Halbjahres sei die Zahl der Übernachtungen auf ein Rekordniveau gestiegen.

Weniger Auslastung

 

Trotzdem spricht Michael Hupe, Vorsitzender des Tourismusverbandes Dresden, von einem „Dilemma“. „Wir haben durch neue Hotels einen deutlichen Anstieg der Bettenkapazitäten erlebt. Dadurch ist die Auslastung gesunken“, sagte er. „Die Umsätze liegen deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt“. Hupe, der auch Geschäftsführer des Flughafens Dresdens ist, will sich weiter um eine bessere Anbindung Dresdens an das Flugverkehrsnetz bemühen. „Wir buhlen europaweit um Kapazitäten von Airlines“, erklärte er.

Schlechte Anbindungen

 

Auch die „nicht optimale“ Fernverkehrsanbindung per Bahn ist den Touristikern zufolge ein Problem für Dresden und eine Bremse im Kongressmarkt. Die schlechte Anbindung behindere zudem ein weiteres Wachstum innerhalb Deutschlands sowohl im privaten Bereich als auch im Geschäftsreiseverkehr. Die internationale Anbindung müsse optimiert werden, sagte auch Jan-Patrick Krüger, General Manager des Hilton Dresden. „Das Thema ist bei uns ein Dauerbrenner“, erklärte Orosz. Die Stadt kämpfe für eine Optimierung mehrerer Fernverkehrsverbindungen, vor allem um eine bessere Anbindung an Berlin.

Mehr Kongresse und Tagungen

 

Um die Auslastung der Hotels wieder nach oben zu treiben, möchte die DMG Dresden als Kongress- und Tagungsstandort weiter ausbauen. „Bislang sind wir für Kongressveranstalter nicht die erste Adresse. Leider fanden im ersten Halbjahr in Dresden nicht so viele Großkongresse statt wie 2011“, bedauerte Bunge. Das soll sich nun ändern. Zusammen mit dem Mice-Ressort des Tourismusverbandes wird derzeit ein Plan erarbeitet, um neue Kongresse für Dresden zu gewinnen. Für das 5. Forum Wissenschaftskommunikation sei das bereits gelungen. Erstmalig treffen sich die Wissensstrategen zu ihrer bundesweiten Tagung in Dresden.

Budget wird erhöht

 

„Der Tourismus ist ein hochattraktiver Markt, an dem jeder teilhaben möchte“, sagte Oberbürgermeisterin Orosz. Um den Dresdner Tourismus weiter zu stärken, will die OB das Budget der DMG im nächsten Jahr um 1,27 Millionen Euro aufstocken. Über 630 000 Euro plant sie, dafür in den nächsten Haushalt einzustellen. Die andere Hälfte des Betrages erhofft sie sich von der Tourismusbranche selbst. „Als die DMG gegründet wurde, haben wir uns mit der Branche auf eine beiderseitige Beteiligung geeinigt“, sagte Orosz. „Nun hoffen wir, dass sich die Branche an die Abmachung erinnert. Nur mit einer finanziellen Stärkung kann es für Dresden höher, weiter und schneller gehen.“

In der Vergangenheit gab es heftige Diskussionen darüber, wie die touristische Vermarktung Dresdens finanziert werden könnte. Im Gespräch war unter anderem auch eine Bettensteuer, die die Hoteliers wegen einer zu einseitigen Belastung jedoch vehement ablehnten (DNN berichteten). Tourismuschef Hupe signalisierte indes, dass es eine Lösung des Finanzierungsproblems geben könnte. „Wir sind gerade dabei, ein Modell zu entwickeln, dass einfach ist, aber alle Branchen einschließt.“ Er hoffe weiterhin auf eine freiwillige Abgabe. „Wenn das nicht ausreicht, wird es wohl ein Pflichtmodul geben“, sagte Hupe.

Katrin Tominski

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