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Dresdner Informatikgenie will das Internet schneller machen

Dresdner Informatikgenie will das Internet schneller machen

Warum wird Sachsen in letzter Zeit so häufig von Unwettern heimgesucht? Und warum dauert das Laden von Videos bei Youtube immer so lange? Das sind Fragen, die sich jeder schon oft gestellt hat und die auch viele Nachwuchsforscher bewegen.

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Für Hagen die richtige Lösung: Grafikkarten könnten in Zukunft hunderte Rechenoperationen gleichzeitig ausführen und so das Internet beschleunigen.

Quelle: Sebastian Kahnert

Dresden. "Bring frischen Wind in die Wissenschaft", ist das diesjährige Motto von "Jugend forscht". Und das setzten die vier jungen Teilnehmer aus Dresden buchstäblich um.

Bei dem Forschungsprojekt von Josef Kaiser und Jan-Philipp Wulf vom Marie-Curie-Gymnasium ging es stürmig zu. Die beiden 18-Jährigen beschäftigten sich nicht etwa mit Körper- oder Gefängniszellen, sondern mit dem spannenden Thema der Superzellen - ein Wetterphänomen, das für heftige und langlebige Gewitter mit bis zu zehn Zentimeter großem Hagel, monsunartigen Regenfällen und sogar Tornados verantwortlich ist. "In den vergangenen zehn Jahren beobachteten Meteorologen 17 dieser rotierenden Gewitter in Sachsen", berichtet Josef. Mittlerweile sind sie auf dem Gebiet richtige Experten und wollten wissen, warum diese Wettererscheinung besonders oft rund um Chemnitz auftritt und ob es möglich sei, Superzellen vorherzusagen. Der Forschungseifer wurde am Sonnabend in der Kategorie "Geo- und Raumwissenschaften" beim Landeswettbewerb von "Jugend forscht" mit dem zweiten Platz belohnt.

Die Technikwelt hingegen aufwirbeln möchte Hagen Schmidtchen vom Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium. "Entwicklung und Implementierung einer GPU basierten Indexstruktur" lautet der etwas sperrig klingende Titel seiner Forschungsarbeit. Dahinter steckt das einfache Ziel, das Internet schneller zu machen, indem man Datenbanken effektiver nutzt. Diese seien mit 55 Prozent Hauptbestandteil des World Wide Web und ihr Bedarf steige durch größere Datenmengen auch in Zukunft immer weiter. "Bis man das Internet schneller nutzen kann, besteht noch viel Forschungsbedarf", sagt Hagen.

Als Teilnehmer einer wissenschaftlichen Projektarbeit an der TU Dresden arbeitete der Tüftler an einer Möglichkeit, die Grafikkarte (GPU) anstelle des Hauptprozessors (CPU) für alle rechenintensiven Programme einzusetzen. "Hier finden im Gegensatz zu einer CPU mehrere hundert Mikroprozessoren Platz, die man für Anwendungen parallel nutzen und damit die Leistung steigern kann", erklärt der 18-Jährige Technik-Fan. Mit seiner Idee begeisterte der pfiffige junge Mann die fachkundige Jury aus Lehrern, Dozenten und Wissenschaftlern. Die kürte ihn zum Landessieger im Bereich Mathematik/Informatik. Hagen sicherte sich somit das Ticket für den Bundeswettbewerb, der vom 19. bis 21. Mai in Kiel stattfindet. Nach dem Abitur strebt er ein Ingenieursstudium an und bekennt: "Wissenschaft macht mir einfach Spaß."

Ein echter Wirbelwind ist auch Martin Lindner (17), der ebenfalls im Martin-Andersen-Nexö-Gymnasium zur Schule geht. Zusammen mit Mitarbeitern der Fakultät für Elektrotechnik an der HTW Dresden erstellte er an einer kleinen Windkraftanlage mehrere Messreihen. Er wurde mit dem dritten Platz im Fachgebiet Technik ausgezeichnet und bekam den "Sonderpreis für Erneuerbare Energien" überreicht.

Wer die hellen Köpfe allerdings für Nerds hält, dem sei gesagt: Auch Steve Jobs, Mark Zuckerberg, Sergey Brin und Larry Page haben einmal so angefangen. Nun sind sie Milliardäre und ohne sie gebe es heute kein iPhone, Facebook oder Google. Also, immer schön neugierig bleiben!

Benjamin Winkler

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