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Dresdner Professor für nationales Diabetes-Register

Dresdner Professor für nationales Diabetes-Register

Zur Eindämmung der Volkskrankheit Diabetes hat sich Prof. Peter Schwarz vom Dresdner Uni-Klinikum für den Aufbau eines nationalen Diabetes-Registers ausgesprochen.

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Quelle: Ralf Zweynert

Dresden. Erfahrungen in anderen Ländern wie etwa Finnland hätten gezeigt, dass so die Behandlungsqualität verbessert und Kosten gesenkt werden könnten, sagte Schwarz in einem Gespräch. In Dresden begann am Freitag der 6. Weltkongress zur Prävention des Diabetes. Zu der Tagung bis Sonntag haben sich Teilnehmer aus 63 Ländern angesagt. Veranstalter ist die Dresden International University, die den einzigen Studiengang für Präventionsmedizin in Deutschland anbietet.

Mit einem Register lasse sich unter anderem herausfinden, welche Folgeerkrankungen Diabetes am häufigsten nach sich zieht. So werde angenommen, dass 70 Prozent der Herzinfarkte auf Diabetes zurückgehen. „Die Betroffenen könnten zudem besser informiert, beraten, befragt und über ihre Rechte aufgeklärt werden“, sagte Schwarz, der auch Kongress-Präsident ist. Die Patienten kämen mehr auf Augenhöhe mit ihren Ärzten und könnten bei der Behandlung besser mitreden - auch wenn das manchen Ärzten vielleicht nicht gefalle.

In Sachsen gibt es seit fünf Wochen ein solches Register. Diabetiker können sich - freiwillig - eintragen lassen. „Das ist wie eine Koalition von Patienten-Vertretern und Wissenschaft“, sagte Schwarz. Bei gesundheitspolitischen Entscheidungen etwa ließe sich schnell Patienten-Meinungen einholen. Bislang enthält das Register Daten von rund 1000 Menschen. In etwa drei Jahren sollen etwa 300.000 Krankheitsfälle im Freistaat erfasst sein. Es können sich aber auch Diabetiker außerhalb von Sachsen eintragen lassen.

Schwarz plädierte zudem für ein nationales und europaweites Präventionsprogramm. Etwa 33 bis 37 Prozent der Bevölkerung neige genetisch bedingt zu Übergewicht und habe deshalb auch ein erhöhtes Diabetes-Risiko. Viele Betroffene wüssten nur noch nicht davon. „Die Krankheit breitet sich weltweit aus wie eine Epidemie“, sagte Schwarz. In Deutschland gebe es derzeit rund 8,9 Millionen bekannte Diabetiker. Geschätzte weitere vier Millionen hätten ihre Krankheit noch gar nicht bemerkt. In zehn Jahren könnten es bereits 14 Millionen sein, die Dunkelziffer werde vermutlich bis dahin auf sechs Millionen steigen. In Sachsen seien derzeit rund 420.000 Einwohner betroffen, dazu komme eine Dunkelziffer von 180.000.

Schwarz zufolge lässt sich schon mit wenig Geld ein Programm zur Diabetes-Prävention aufbauen. So seien in Sachsen im Zusammenspiel mit den Krankenkassen Fragebögen verteilt worden. Damit seien mehr als 4000 Risiko-Fälle ermittelt worden. Mit Interventionsprogrammen habe bei jedem Zweiten den Ausbruch von Diabetes verhindert werden können. Breite sich Diabetes wie bisher aus, werde wegen der vielen Folgeerkrankungen - wie Depressionen, Demenz, Impotenz, Bluthochdruck, Depressionen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Erblindung, Nierenversagen oder Amputationen - das Gesundheitssystem unbezahlbar, warnte der Experte.

dpa

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