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Dresdner Stasi-Gedenkstätte wird erweitert - zahlreiche Zeitzeugen beim Tag der offenen Tür

Dresdner Stasi-Gedenkstätte wird erweitert - zahlreiche Zeitzeugen beim Tag der offenen Tür

Die Dresdner Gedenkstätte im ehemaligen Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit wird bis 2013 zu einer Begegnungs- und Bildungsstätte ausgebaut. Voraussichtlich im April kommenden Jahres beginnen die Sanierungsarbeiten am sogenannten Haus 2, in dem die Stasi Büros hatte, wie die Gedenkstätte am Montag mitteilte.

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44 Zellen befinden sich im Haftgebäude in der Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden.

Quelle: Antje Beier

Dresden. Damit werde sich die Ausstellungsfläche verdoppeln, sagte der Vorsitzende des Trägervereins „Erkenntnis durch Erinnerung“, Dresdens früherer Oberbürgermeister Herbert Wagner. „Uns liegt sehr am Herzen, dass der Ort über Dresden hinausstrahlt.“ Bislang nutzt die Gedenkstätte das einstige Hafthaus für Ausstellungen und Veranstaltungen.

Jährlich am 5. Dezember gestaltet die Gedenkstätte im ehemaligen Untersuchungshaftgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR an der Bautzner Straße in Dresden ihren Tag der Offenen Tür. Früher Inhaftierte führten am Montag durch das Haftgebäude und beantworteten Fragen der Besucher. Mit ihrem Tag der Offenen Tür erinnert die Gedenkstätte gleichzeitig an den 5. Dezember 1989. Damals hatten Demonstranten die MfS-Bezirksverwaltung besetzt und die weitere Vernichtung von Akten verhindert

Schon am Mittag hatten sich viele Interessierte eingefunden. Sie lauschten gebannt den Ausführungen der Zeitzeugen und erzählten selbst von ihren Erlebnissen. Der Redebedarf war groß und die Betroffenen nutzten die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. So berichtete Michael Schlosser von seiner Festnahme am 28. Oktober 1983 wegen Versuchs der Republikflucht und Öffentlicher Hetze.

Er wollte am 11. November des gleichen Jahres mit einem motorbetriebenen Ultraleichtflugzeug Marke Eigenbau über die Grenze in Thüringen fliegen. Von den konkreten Plänen wussten die Behörden nichts, fanden aber bei der Hausdurchsuchung das vollgetankte und 175 Kilogramm schwere Flugzeug. „Ich bin von Kollegen verraten worden. Insgesamt war ich 15 Monate in Haft. Vor genau 27 Jahren trat ich legal über die Grenze", erzählt Schlosser.

Die Dauerausstellung gewährt Einblick in die vierstöckige Haftanlage, in der sich 44 Zellen befinden, die meist zu zweit belegt wurden. Zu den ehemaligen Häftlingen gehörte auch der 74-jährige Siegmar Meltzer, der in den 70iger Jahren mindestens fünf Monate in einer Zelle im dritten Stock verbrachte. Auch er hatte versucht, die DDR zu verlassen, allerdings zu Fuß über die grüne Grenze in Tschechien. Dafür saß er drei Jahre Haft in Bautzen ab. „Ich weiß bis heute nicht, was ich für Öffentliche Hetze betrieben haben soll, für die man mich auch verurteilt hat", sagte er.

Er kam auf Wunsch seines Sohnes zum ersten Mal in die Gedenkstätte. „Es hat sich ziemlich verändert, aber vieles erkenne ich wieder", berichtet er. So erinnert er sich noch ganz genau an seine Aufnahme und wie er aufgefordert wurde, sich zu duschen und den Kopf zu rasieren.

Neben den Duschen und Zellen sind auch die etwa drei mal vier Meter großen Freilufträume zu besichtigen, in denen die Häftlinge ihren 20-minütigen Freigang absolvierten. Zu sehen sind auch das Aufnahmezimmer und im Keller des Gebäudes der so genannte Fuchsbau, in dem der Sowjetische Geheimdienst während der Besatzung Zellen eingerichtet hatte. In einem dieser Räume werden Einzelschicksale politischer Häftlinge dokumentiert. Eine weiterer Raum widmet sich dem Schicksal von Kindern, die während der Haft ihrer Mütter in Hoheneck geboren wurden.

Antje Beier / dpa

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