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Drogenkriminalität nimmt laut Polizeistatistik in Sachsen stark zu - Ulbig: „Alarmierender Anstieg"

Drogenkriminalität nimmt laut Polizeistatistik in Sachsen stark zu - Ulbig: „Alarmierender Anstieg"

Sachsens Polizei hat 2011 eine starke Zunahme der Drogenkriminalität registriert. Sie erhöhte sich bezogen auf das Vorjahr um 15 Prozent auf 8096 Fälle. Innenminister Markus Ulbig (CDU) sprach am Dienstag von einem „alarmierenden Anstieg“.

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Großrazzia in Leipzig: Bei der Drogenkriminalität gab es 2011 in Sachsen einen starken Anstieg. Aufgrund des erhöhten Verfolgungsdrucks wurden deutlich mehr Straftaten erfasst

Quelle: André Kempner

Dresden/Leipzig. In Leipzig und Dresden stieg die Zahl der insgesamt erfassten Straftaten deutlich an.

Die meisten Drogendelikte erfasste die Polizeidirektion Chemnitz-Erzgebirge (1636 Fälle). An zweiter Stelle folgt die Polizeidirektion Leipzig mit 1458 Fällen, weit vor Dresden (1054 Fälle). In den vergangenen Monaten hatten die Beamten in der Messestadt mit mehreren Großrazzien den Verfolgungsdruck auf Drogenkriminelle erhöht. Dadurch wurden auch mehr Straftaten erfasst.

Rico Gebhardt, Innenpolitischer Sprecher der Landtags-Fraktion Die Linke, widerspricht dem Innenminister: "Wenn Ulbig erklärt, dass sich die Kriminalität auf dem Niveau der Vorjahre bewegt hat, dann ist das ein Stück weit Selbstbetrug.“ Gerade in Bezug auf die Rauschgiftdelikte. „Wenn wir beachten, dass dies ein Kontrolldelikt ist und dieser Anstieg trotz weniger verfügbarer Polizeibeamter im Freistaat so gravierend ist, dann will ich nicht darüber nachdenken, wie die Kriminalstatistik aussehe, wenn wir ausreichend Beamte auf der Straße hätten, die kontrollieren würden.“

Meiste Rauschgift-Straftaten von Deutschen begangen

Leipzigs Polizeipräsident Horst Wawrzynski hatte in der vergangenen Woche gegenüber LVZ-Online eingeräumt, dass sich durch die sogenannten Komplexkontrollen seit Mitte 2011 „am Lagebild insgesamt wenig geändert“ habe. Nach wie vor sei das Niveau der Drogendelikte in Leipzig hoch. Die Polizei wolle die Großkontrollen deshalb bis auf Weiteres fortsetzen. „Sie werden mittelfristig Wirkung zeigen“, so Wawrzynski.

Die Region an der deutsch-tschechischen Grenze gilt nach wie vor als Schwerpunktgebiet bei Rauschgiftdelikten. Den Sachsen macht vor allem Crystal zu schaffen. Die synthetische Droge gelangt über das Erzgebirge nach Deutschland. Die Drogenküchen auf tschechischer Seite würden vor allem von Vietnamesen betrieben, hieß es von Seiten des Innenministeriums.

Allerdings werden rund 91 Prozent der Rauschgift-Straftaten von Deutschen begangen: Nur 595 von 6636 ermittelten Tatverdächtigen werden in der Statistik als „nichtdeutsch“ geführt. Sachsen will nun die grenzübergreifende Kooperation der Polizei im Kampf gegen die Drogen verstärken.

Einen starken Anstieg weist die Kriminalstatistik für Diebstahl von Buntmetallen aus. Während 2010 insgesamt 2803 Fälle aufgedeckt wurden, gab es im vergangenen Jahr bereits 4929. Besonders betroffen waren Baustellen, Rohbauten, leerstehende Gebäude und Bahnanlagen.

Erstmals seit 2007 weniger Autodiebstähle

Rein rechnerisch kamen auf 100.000 Einwohner 7083 Straftaten. Die Aufklärungsquote lag bei 56,9 Prozent und damit geringfügig unter dem Wert des Vorjahres. Der erfasste finanzielle Schaden wurde mit knapp 370 Millionen Euro beziffert, allein 214 Millionen Euro schlagen bei der Wirtschaftskriminalität zu Buche.

Auf anderen Feldern weist die Kriminalstatistik einen Rückgang von Straftaten aus. So sank erstmals seit 2007 die Zahl der Autodiebstähle. 3531 Wagen wurden im vergangenen Jahr gestohlen oder zu stehlen versucht, 551 weniger als im Jahr zuvor. An der deutsch-tschechischen Grenze verringerte sich die Zahl der Kfz-Diebstähle von 251 im Jahr 2010 auf 200, an der Grenze zu Polen gab es hingegen ein leichtes Plus - von 295 (2010) auf 306.

Insgesamt erhöhte sich die Zahl der registrierten Straftaten um 3248 Fälle oder gut einem Prozent gegenüber 2010 auf insgesamt 293.895 Fälle. Am stärksten stieg die Kriminalität in Dresden (12,4 Prozent) und Leipzig (6,9 Prozent) an. In allen anderen Polizeidirektionen wurden weniger Fälle als im Vorjahr registriert. Innenminister Ulbig griff deshalb auf einen Satz zurück, der schon in den vergangenen Jahren von ihm oder seinen Vorgängern gebetsmühlenartig wiederholt wurde: „Sachsen ist sicher.“

dpa/nöß

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