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Droyßiger Bärenstreit: Gemeinde hält Umsiedlung der Tiere für problematisch

Online-Petition Droyßiger Bärenstreit: Gemeinde hält Umsiedlung der Tiere für problematisch

Im Streit um die Haltung der Droyßiger Bären meldet sich jetzt die Gemeinde zu Wort. Sie hält die Umsiedlung der Tiere in einen Bärenwald für problematisch. Trotzdem will sie mit den Initiatoren eine Online-Petition ins Gespräch kommen.

Blick ins Bärengehege Droyßig.

Quelle: privat

Leipzig. Leiden die Bären Toni und Aiko im Schlosspark-Gehege der kleinen Gemeinde Droyßig? Während Tierschützer öffentlich zahlreiche Mängel beklagen, versteht Bürgermeisterin Evelyn Billing die Vorwürfe nicht: 1,3 Millionen Euro habe die Gemeinde 2002 in ein neues Gehege investiert. Gegenüber LVZ.de sagt sie am Donnerstag: „Wir zeigen den Initiatoren der Online-Petition gern, wie die Anlage aufgebaut ist.“

Die Tiere könnten sich in Höhlen zurückziehen, hätten einen eigenen Schlafbereich, der immer offen stehe und das Gelände verfüge auch über Klettermöglichkeiten. Gegen Hitze werde ein Sonnensegel gespannt, und der Badeteich stehe nur trocken, wenn das Becken gesäubert und geschrubbt werde.

Verhaltensauffällige Braunbären? Abwesend und stereotyp in den Bewegungen? Das weisen Billing und Ria Theil, von 1994 bis 2008 Bürgermeisterin des Ortes, zurück. „Wir haben zwei Pfleger, die im Zoo Halle für den Umgang mit den Tieren geschult wurden. Und die lassen sich auch immer neue Spielmöglichkeiten einfallen“, so die Verantwortlichen im Ort.

500 Quadratmeter für zwei Bären

500 Quadratmeter stehen den Bären aktuell in der Außenanlage zur Verfügung, so die Gemeinde. Das entspricht genau der Richtlinie des Bundes für Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren. Den Gegnern der Wildtier-Haltung in Droyßig ist das zu wenig. Petitions-Initiatorin Julia Mahlow und ihre Unterstützer fordern die Umsiedlung der Tiere in einen Bärenwald.

Das größte dieser Schutzzentren, der Bärenwald Müritz, liegt in Mecklenburg-Vorpommern. Dort leben derzeit 17 Bären auf rund 5000 Quadratmetern Gelände. Schutzzentren wie das an der Müritz setzen auf eine durch Pfleger und Tierärzte betreute Eingewöhnungsphase in einem abgetrennten Areal. Erst danach sollen die Bären Kontakt zu ihren Artgenossen aufnehmen können, werden im Müritz-Projekt dann später in kleinen Gruppen gehalten.

Angst vor Attacken im Bärenwald

Eine Umsiedlung der Tiere in einen Bärenwald hält Theil trotz solcher Möglichkeiten für problematisch. Die 16 Jahre alten Bärenbrüder, die 2003 von Bernburg in den Droyßiger Schlosspark zogen, seien in Gefangenschaft aufgewachsen und an menschliche Gesellschaft gewöhnt. „Solche Tiere haben Probleme im Wald“, ist Theil überzeugt. Sie fürchtet, dass die Droyßiger Lieblinge gar von Artgenossen in neuer Umgebung attackiert werden könnten.

Billing will aber raus aus der festgefahrenen Stimmungslage. „Uns ist es jetzt wichtig, mit den Tierschützern in Kontakt zu kommen“, sagt sie. „Es wäre aber schön gewesen, wenn die Initiatoren der Online-Petition zuerst auf mich zugekommen wären“. Mehr als 3200 Unterstützer haben mittlerweile das Bären-Anliegen von Julia Mahlow auf openpetition.de signiert, rund 270 kommen direkt aus dem Burgenlandkreis, zu dem Droyßig gehört.

Von Evelyn ter Vehn

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Droyßig
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