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EHEC: Weiterer Fall in Sachsen - Bundesweit leichter Rückgang der Erkrankungen

EHEC: Weiterer Fall in Sachsen - Bundesweit leichter Rückgang der Erkrankungen

Dresden. In Sachsen hat sich die Zahl der registrierten EHEC-Fälle mit nicht so schwerem Verlauf um einen auf 17 erhöht. Dazu gibt es die bekannten drei HUS-Fälle, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag in Dresden mitteilte.

HUS ist die Abkürzung für hämolytisch-urämisches Syndrom, eine schwere Verlaufsform der Darminfektion. Dabei kann es vor allem zu schweren, lebensbedrohlichen Nierenschäden kommen. Ministerin Christine Clauß (CDU) sprach von Anhaltspunkten für einen bundesweiten leichten Rückgang der Erkrankungen.

Die EU-Kommission schlägt wegen der EHEC-Krise Entschädigungen in Höhe von 150 Millionen Euro für die Gemüsebauern Europas wegen ihrer Einnahmeausfälle vor. Das sagte EU-Landwirtschaftskommissar Dacian Ciolos am Dienstag bei einem Sondertreffen der Agrarminister in Luxemburg. Derweil haben die EHEC-Ermittler haben einen neuen Rückschlag erlitten. Die von einem Hamburger Patienten abgegebene Sprossen-Probe weist keine EHEC-Keime auf.

Das berichtete Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) am Dienstag. Der 42-jährige Hamburger hatte das Sprossengemüse eines inzwischen gesperrten Hofs in Niedersachsen im Kühlschrank vergessen. Die mehrere Wochen alte Packung hätte den Behörden dabei helfen können, die Infektionsquelle zweifelsfrei nachzuweisen. Erste Laborproben aus dem betroffenen Hof in Bienenbüttel waren am Montag ebenfalls negativ ausgefallen.

Der 42-Jährige war selbst - möglicherweise nach dem Verzehr von anderem Sprossengemüse - an EHEC erkrankt und lag tagelang auf einer Isolierstation in einem Lüneburger Krankenhaus. Mittlerweile ist er von der Infektion wieder genesen.

Die Zahl der Opfer stieg unterdessen weiter. 22 Tote habe der Darmkeim mittlerweile in Deutschland gefordert, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagabend mit.

Derzeit sind bundesweit mehr als 2700 EHEC-Fälle und -Verdachtsfälle registriert sowie mehr als 650 HUS-Fälle und -Verdachtsfälle. Nach RKI-Angaben starben 15 EHEC-Patienten infolge des hämolytisch-urämischen Syndroms (HUS), das unter anderem zu Nierenversagen und schweren neurologischen Störungen führen kann. Bei sieben weiteren gestorbenen EHEC-Infizierten wurde diese schwere Komplikation den Angaben zufolge nicht festgestellt.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) verteidigte das Krisenmanagement. Es gebe eine klare Aufgabenverteilung beim Umgang mit der EHEC-Seuche. „Wir arbeiten in der jetzigen Situation alle zusammen“, sagte Aigner am Montagabend in der ARD-Sendung „Beckmann“. „Es gibt keine Kompetenzrangeleien, überhaupt nicht.“ Derzeit sei es zudem nicht angebracht, über Strukturen zu diskutieren.

NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) verlangte, die  Lebensmittelkontrolle solle Ländersache bleiben, weil diese Praxis „am angemessensten“ sei. „Ich wüsste nicht, wie aus Berlin die konkrete Probennahme bei den Betrieben organisiert werden sollte“, erläuterte Remmel am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“. Die Kontrolleure seien sehr nah an den Betrieben, wo es zudem Informationen über die Lieferbeziehungen gebe.  Der Minister räumte aber ein: „In der Koordination, glaube ich, kann man in der Tat etwas verbessern.“ Für konkrete Manöverkritik sei im Moment keine Zeit.

Hessens Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich (CDU) schlug mit Blick auf die EHEC-Epidemie eine engere Kontrolle der Restaurants und Kantinen vor. Die Küchen sollten noch mehr Proben ihrer Produkte für spätere Untersuchungen zurückstellen, erklärte sie am Dienstag in einem Interview mit dem Radiosender hr-info. „Bei Eiprodukten gibt es das, da müssen die Kantinen über zehn Tage Eiprodukte aufheben. Hätten wir jetzt Rückstellproben von anderen Produkten, könnten wir auch das noch beproben, was eigentlich schon verzehrt und verarbeitet wurde.“ Die Ministerin verlangt eine rechtliche Änderung auf Bundes- oder sogar auf europäischer Ebene. Mit diesem Vorschlag will sie zum EHEC-Krisentreffen von Bund und Ländern am Mittwoch in Berlin fahren.

dpa

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