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Eisbärendompteurin Ursula Böttcher ist tot - Star beim DDR-Staatszirkus

Eisbärendompteurin Ursula Böttcher ist tot - Star beim DDR-Staatszirkus

Ihr Name prägt ihr Leben - Ursula heißt übersetzt die kleine Bärin. Die 82-Jährige Eisbärendompteurin Ursula Böttcher ist am Mittwoch in einem Dresdner Krankenhaus verstorben, teilte die „Dresdner Morgenpost" (Donnerstagsausgabe) mit.

Leipzig. Bekannt wurde sie durch ihre jahrzehntelange Arbeit mit Eisbären in der Manege. Die gebürtige Dresdnerin war weltweit die erste Frau, die zehn Tiere dieser Rasse bändigte und dressierte. Berühmt wurde Böttcher durch den Todeskuss. Bei diesem fütterte die 1,58 Meter große Frau den 3,40 Meter hohen Eisbären Alaska mit ihrem Mund. Es sah aus, als ob sie einen Kuss von dem Tier bekam. In Wirklichkeit holte er sich das versteckte Fleisch aus dem Mund der Trainerin. Im April 2007 erzählte Böttcher der SUPERillu hautnah wie sich ihr berühmter Todeskuss anfühlte: Es schmeckte nach Lebertran und der Bär hatte Spaß sie voll zu sabbern. Begonnen hatte ihre Karriere als Putzfrau 1952 im Zirkus Busch. Drei Jahre später durfte sie die ersten Tiere trainieren, wie Leoparden, Löwen und Bären. Bis Otto Netzker, der Generaldirektor des DDR-Staatszirkus ihr 1961 anbot die Eisbären-Nummer des Zirkus Aeros zu übernehmen. Böttcher reiste nach Spanien, Ungarn, Japan, Italien, Frankreich und Deutschland und gastierte auch einige Jahre in Amerika. Manfred Horn, ihr Lebenspartner, arbeitete mit Kodiakbären. 1990 verletzte ihn eines seiner Tiere in der Manege tödlich. Trotz diesem negativen Erlebnisses ging sie zurück auf die Bühne. Im Berliner Spreepark zeigte sie 1995 zweimal täglich ihre Eisbärenrevue. Der DDR-Staatszirkus ging Pleite. Er verkaufte 1999 die Eisbären als Konkursmasse. Böttcher wurde entlassen. Die Eisbären teilte man auf verschiedene Zoos auf. Einer der zehn Eisbären war Tosca. Sie kam in den Berliner Zoologischen Garten. Seit 2006 ist die Eisbärin als Mutter von Knut bekannt. Für ihre Arbeit mit den Tieren erhielt sie zwei Preise: 1976 den Zirkus-Oskar in Spanien und 1983 den Price-Nine-Martin in Monte Carlo. Weiterhin geehrt wurde sie in DDR Zeiten mit einer Sonder-Briefmarke und dem Nationalpreis.

Nadja Topfstedt

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