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EnviaM-Chef Giesting warnt vor weiter steigenden Energiepreisen

EnviaM-Chef Giesting warnt vor weiter steigenden Energiepreisen

EnviaM-Chef Carl-Ernst Giesting ließ Dampf ab. Der Vorstandschef des regionalen Energieversorgers kritisierte gestern bei der Bilanzvorlage in Chemnitz scharf die "mangelnde Koordination" bei der Umsetzung der Energiewende in der Bundesrepublik.

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EnviaM-Vorstandsvorsitzender Carl-Ernst Giesting.

Quelle: André Kempner

"Auch zwei Jahre nach den Beschlüssen von Bund und Ländern zum Umbau der Energieversorgung fehlt immer noch ein schlüssiges Gesamtkonzept." Wichtige Weichenstellungen wie die "dringend notwendige" Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes würden auf die lange Bank geschoben, klagte der Manager. Konventionelle und erneuerbare Energieerzeugung müsse in Einklang gebracht werden.

Die neuen Bundesländer sind nach Auffassung von Giesting ein "Frühwarnsystem für die Energiewende". Hier würden Entwicklungen vorweggenommen, die im gesamten Bundesgebiet erst in zehn oder zwanzig Jahren eintreten. Schon heute werde in Ostdeutschland deutlich mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als es die Ziele der Bundesregierung vorsähen. An bestimmten Tagen werde bereits jetzt erheblich mehr grüner Strom erzeugt als verbraucht. Folge: "Die Netze sind immer häufiger überlastet." Hinzu komme, dass der Neubau der Netze mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht Schritt halte und Stromspeicher für große Mengen nicht in Sicht seien.

Giesting sagte, der Strom müsse für Haushalte und Unternehmen langfristig bezahlbar bleiben. "Steuern, Abgaben und Umlagen dürfen nicht weiter steigen." Zudem müssten die erneuerbaren Energien schnellstmöglich in den Markt integriert werden. Die Betreiber von regenerativen Anlagen seien an den Kosten für den Netzausbau zu beteiligen. Der Vorstandschef forderte ein europäisiertes Gesamtkonzept für die Energiewende. Deutschland könne die Energiewende nicht im Alleingang durchsetzen. Derzeit verfolge jedes Bundesland beim Umbau der Energieversorgung seine eigenen Interessen. "Das geht nicht."

Sein Unternehmen sieht der Energiemanager gut aufgestellt. Der Umsatz der Gruppe mit ihren 4147 Beschäftigten stieg im vorigen Jahr von4,3 auf 4,6 Milliarden Euro. Die Stromabgabe der Gruppe reduzierte sich um 4,7 Prozent auf knapp 22000 Gigawattstunden. Ursache war die erstmalige Direktvermarktung des Stroms aus erneuerbaren Energien durch die Anlagenbetreiber. Die Stammgesellschaft, die EnviaM AG, steigerte den Umsatz von 2,6 auf 2,7 Milliarden Euro. Der Überschuss verbesserte sich um knapp30 Millionen Euro auf 281,3 Millionen Euro.

EnviaM versorgt 1,5 Millionen Kunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg mit Strom, Gas, Wärme, Wasser und energienahen Dienstleistungen - etwa mit den Töchtern Mitnetz und Mitgas. Anteilseigner sind die RWE AG (Essen) mit 58,6 Prozent und 650 ostdeutsche Kommunen mit 41,4 Prozent.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.04.2013

Ulrich Milde

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