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Erdbeeren aus China oder heimische Äpfel? - Debatte über Schulessen

Erdbeeren aus China oder heimische Äpfel? - Debatte über Schulessen

Die Brechdurchfall-Epidemie in Ostdeutschland hat eine Debatte über regionale und saisonale Produkte für das Schulessen entfacht. „Warum bekommen unsere Schulkinder chinesische Erdbeeren auf den Teller und nicht frische Äpfel oder Rhabarberkompott?“, fragte der Grünen-Vorsitzende Cem Özdemir am Sonntag.

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Chinesische Arbeiterinnen bereiten Erdbeeren für den Export vor - heimische Äpfel aus regionaler Produktion.

Quelle: dpaWolfgang Zeyen

Berlin. Für regionale Erzeugnisse machte sich auch Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) in der „Welt am Sonntag“ stark. Tiefgefrorene Erdbeeren aus China gelten seit Freitag als Auslöser für die massenhaften Erkrankungen. Ein endgültiger Nachweis steht noch aus.

Mit einem Ergebnis der Untersuchungen wird diese Woche gerechnet, wie Holger Eichele vom Bundesverbraucherministerium sagte. Mehr als 700 verdächtige Lebensmittelproben seien bereits auf Keime geprüft worden. Die rund 11 000 Erkrankten dürfen jetzt immerhin auf eine Entschädigung der Cateringfirma Sodexo hoffen. Wie die aussieht, gab das Unternehmen allerdings noch nicht bekannt.

In der „Bild am Sonntag“ regte Aigner eine Diskussion über die Qualität von Schulessen an. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) forderte eine rasche Überprüfung, ob wirklich alle Kontrollbehörden lückenlos arbeiten. „Schulessen muss sicher sein“, sagte sie der Zeitung. Özdemir forderte, der Bund müsse Ländern und Kommunen bei der Finanzierung von Schulessen helfen. Dazu müsse das Kooperationsverbot aufgehoben werden. Ziel sei, dass künftig jede Schule in einer eigenen Küche frische Mahlzeiten zubereiten kann.

Die verdächtigen Erdbeeren wurden von mehreren Großküchen in Ostdeutschland verarbeitet, darunter von Betrieben des Caterers Sodexo. Das Rüsselsheimer Unternehmen entschuldigte sich am Freitag bei den betroffenen Kindern und Familien und kündigte Entschädigungen an. „Das ist kein Schuldeingeständnis“, erläuterte der Ernährungswissenschaftler Volker Peinelt von der Hochschule Niederrhein. Nach dem Gesetz müssten Firmen für ihre Produkte geradestehen - auch, wenn sie den Fehler nicht verursacht hätten.

Den bisherigen Erkenntnissen zufolge wurden die Erdbeeren nach ihrer Ankunft im Hamburger Hafen über einen Großhändler aus Sachsen in mehrere ostdeutsche Zentralküchen für Schulessen geliefert. In den Einzelhandel sind die Früchte wahrscheinlich nicht gelangt. Nach Recherchen der „Bild am Sonntag“ kamen die Erdbeeren aus Qingdao. Die Stadt gelte als Hauptumschlagplatz für Erdbeeren in China, doch die dortigen Kontrollen seien lasch.

Der Ernährungswissenschaftler Peinelt, der seit Jahren über Schulessen forscht, kritisierte die geringen Budgets für die Mahlzeiten. Bundesweit lägen sie zwischen 2 und 3,50 Euro pro Kind. „Da muss ich natürlich beim Einkauf sehen, dass ich den billigsten Anbieter erwische. Und dann habe ich eben nicht die volle Sicherheit“, meinte der Fachmann.

Die Fernsehköchin Cornelia Poletto wandte sich grundsätzlich gegen Schulessen aus Großküchen. Dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ sagte Poletto, große Mengen vorgekochten Essens warm zu halten, sei hygienisch riskant.

dpa

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