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Erdwärme aus dem Erzgebirge - Untersuchung soll bald in Schneeberg beginnen

Erdwärme aus dem Erzgebirge - Untersuchung soll bald in Schneeberg beginnen

Mit seismischen Verfahren wollen Wissenschaftler im Erzgebirge untersuchen, ob sich das Gestein in großer Tiefe für die Stromproduktion nutzen lässt. Die Untersuchungen sollen nach Angaben des Umweltministeriums vom Dienstag nahe Schneeberg stattfinden.

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Probebohrung zur Erkundung von Erdwärme (hier in Leipzig, Archivbild).

Quelle: André Kempner

Schneeberg/Dresden. Dabei soll sich zeigen, inwieweit die sogenannte petrothermale Tiefengeothermie in den dortigen Gesteinsstrukturen möglich ist.

Bei der Tiefengeothermie wird mehrere tausend Meter tief in die Erde gebohrt. Ins Erzgebirge soll dann kaltes Wasser gepumpt werden. Ziel sei es, dieses Wasser in der Tiefe mittels Erdwärme zu erhitzen und wieder an die Oberfläche zu bringen. Das heiße Wasser kann dann nach Ministeriumsangaben zur Stromproduktion genutzt werden, die Restwärme zum Heizen.

Erdwärme hat einen entscheidenden Vorteil im Vergleich zu Windkraft und Sonnenenergie. Sie ist Tag und Nacht und bei jedem Wetter zu haben. Damit kann sie wie Kohle- und Kernkraft die Grundspannung in den Netzen aufrechterhalten. Weitgehend anerkannt ist die oberflächennahe Geothermie für die Wärmegewinnung. In Sachsen werden den Angaben zufolge 8800 Häuser mit oberflächennaher Erdwärme - bis etwa 200 Meter Tiefe - versorgt. Das reicht zum Heizen im Winter und zur Kühlung im Sommer.

Ziel Sachsens ist ein Tiefengeothermie-Kraftwerk zur Stromproduktion. Im Unterschied zu anderen Anlagen dieser Art muss das Wasser im Erzgebirge erst in die Tiefe gebracht werden. Ein vergleichbares Pilotprojekt gebe es europaweit bisher nur in Frankreich, hieß es.

Über die nun anlaufenden seismischen Untersuchungen soll ein 3-D-Modell des Untergrundes der Region erstellt werden, das dokumentiert, wo für das Kraftwerk gebohrt werden kann. Die Gesamtkosten für die Arbeiten in Höhe von etwa sechs Millionen Euro trage das Bundesumweltministerium. Werden nach den monatelangen Tests die vermuteten geeigneten Gesteinsstrukturen gefunden, soll eine Forschungsbohrung in etwa 5000 Meter Tiefe folgen.

dpa

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