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Ermittlungen wegen Verdacht auf Pfusch an ICE-Trasse München-Nürnberg

Ermittlungen wegen Verdacht auf Pfusch an ICE-Trasse München-Nürnberg

Nach dem Pfusch beim Kölner U- Bahn-Bau weitet sich der Skandal nach Bayern aus. Beim Bau der ICE- Strecke München-Nürnberg wurde möglicherweise wie in Köln manipuliert.

München/Nürnberg/Köln. Ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft bestätigte am Wochenende, dass es Hinweise auf gefälschte Ankerprotokolle bei den Bauarbeiten an der bayerischen Hochgeschwindigkeitsstrecke gebe. Die Münchner Staatsanwaltschaft kündigte an, die Vorwürfe zu prüfen.   

 

Inzwischen deutet vieles darauf hin, dass beim U-Bahn-Bau in Köln an mehreren Baustellen vorgesehene Befestigungsanker nicht oder falsch eingebaut wurden. Bauprotokolle zu der Verwendung der Stabilisierungsanker wurden vermutlich gefälscht. Nicht eingebaute Anker wurden Berichten zufolge schwarz verkauft. Ähnliches könnte sich auch bei der bayerischen ICE-Strecke zugetragen haben.   

 

Kölner Fahnder hatten am Freitag die Arbeitsgemeinschaft der Baufirmen für den Kölner U-Bahnbau durchsucht. Anschließend hatte die Staatsanwaltschaft die Mannheimer Baufirma Bilfinger Berger über den Verdacht auf Manipulationen an der ICE-Trasse informiert. Das Unternehmen hat angekündigt, die Arbeiten an der Trasse zu untersuchen. Die Hinweise auf den möglichen Pfusch stammen nach Angaben des Kölner „Express“ (Samstag) aus der Vernehmung eines ehemaligen Bauleiters des Unternehmens.

Laut einem Zeitungsbericht hat Bilfinger Berger an der ICE-Trasse auf einem rund 35 Kilometer langen Teilstück in Franken mitgearbeitet. Dieses reiche von Feucht (Landkreis Nürnberger Land) bis Großhöbing (Landkreis Roth). Auf dem Abschnitt gibt es zwei Tunnel und mehrere Brücken. Zuständig für die Baustellen und ihre Betreuung war laut den Projektunterlagen der Deutschen Bahn die Bilfinger-Berger-Niederlassung in Nürnberg.   

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I sagte, die Behörde werde nun ermitteln, ob im eigenen Zuständigkeitsbereich etwas vorgefallen ist. Wegen der Länge der Bahnstrecke könnten allerdings auch andere bayerische Staatsanwaltschaften oder auch die Behörde am Bilfinger-Berger-Sitz Mannheim zuständig sein.    Die insgesamt 171 Kilometer lange Trasse war 2006 fertiggestellt worden. An der rund 3,6 Milliarden Euro teuren ICE-Strecke wurde insgesamt acht Jahre lang gebaut.

Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) verlangte eine schnelle Aufklärung. Die Sicherheit habe im Bahnverkehr allerhöchste Priorität. „Ich erwarte, dass den Hinweisen unverzüglich nachgegangen wird“, sagte Zeil nach Angaben seines Ministeriums. Der Bund und die Deutsche Bahn müssten klären, ob es Baumängel gebe.

Die Grünen-Fraktion forderte die Landesregierung auf, im Landtag über die möglichen Betrügereien beim Bau der Strecke zu berichten. Dabei sollten auch die aktuellen Schäden, wegen denen die Züge auf der Trasse seit Wochen ihr Tempo drosseln müssen, thematisiert werden. Der verkehrspolitische Grünen-Sprecher Martin Runge sagte, die Bahnstrecke sei maßgeblich auf Betreiben Bayerns gebaut worden. „Die Prestigestrecke der Staatsregierung war schon immer eine Skandalstrecke“, sagte Runge laut Mitteilung.

dpa

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