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Ernte im Baumwipfel - Zapfenpflücker in Sachsen hoffen auf viele Einsätze

Ernte im Baumwipfel - Zapfenpflücker in Sachsen hoffen auf viele Einsätze

Wipfel statt Gipfel: Zapfenpflücker sehen mit ihrer Ausrüstung zwar wie Bergsteiger aus, ihre Arbeit zielt aber mehr auf den Boden ab. Denn dort soll das von ihnen hoch in den Kronen geerntete Saatgut schließlich eingebracht werden.

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Derzeit trainieren die beim Sachsenforst angestellten Zapfenpflücker in Spechtshausen (Osterzgebirge) für die neue Saison.

Quelle: dpa

Dresden. In diesem Jahr hoffen die Zapfenpflücker im sächsischen Forst auf eine reiche Ausbeute.

Während 2012 ohne nennenswerte Ernte als „Nullrunde“ in die Annalen einging, gibt es diesmal hoffnungsvolle Anzeichen. „Wir haben eine relativ gute Blüte“, sagte der Referatsleiter im Staatsbetrieb Sachsenforst, Ulrich Frenzel, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Allerdings könne wettermäßig noch viel passieren. Nur mit Frost rechneten die Forstleute nicht mehr.

Letztmals hatte Sachsenforst 2011 gute Beute gemacht. Damals wurden 4,2 Tonnen Zapfen und Früchte geerntet. Eine gute Ernte hängt nicht zuletzt von der Vorbereitung ab. Derzeit trainieren die beim Sachsenforst angestellten Zapfenpflücker in Spechtshausen (Osterzgebirge) für die neue Saison. Dabei wird nicht nur geklettert und neue Technik vorgestellt. Die Zapfenpflücker üben auch, wie verletzte Kollegen aus den Baumkronen geborgen werden können. Die jährliche Fortbildung gehört zum Job dazu. In Jahren mit einer „Nullrunde“ drehen die Zapfenpflücker aber keine Daumen. Dann werden sie für andere Arbeiten in den Baumschulen oder im Forst eingesetzt, berichtete Frenzel.

Mit der Staatsdarre Flöha besitzt der Freistaat so etwas wie eine Wiege für den sächsischen Wald. Die Einrichtung besteht bereits seit den 50er Jahren. Das Wort „darren“ ist von „dörren“ (trocknen, rösten) abgeleitet. Beim Trocknen spreizen sich die Schuppen der Zapfen und geben den Samen frei. Das Saatgut wird dann nach Baumarten und Herkunftsort getrennt an Baumschulen geliefert. Aus 100 Kilo Fichtenzapfen lassen sich etwa 4 Kilo Samen gewinnen - knapp eine halbe Million Samenkörner. In großen Kühlräumen können diese mehrere Jahre gelagert werden. Ein solcher Vorrat ist erforderlich, weil viele Baumarten nicht jedes Jahr Früchte tragen. Mitunter vergehen einige Jahre bis zu einer guten Ernte.

Ihr Zeitpunkt ist von der jeweiligen Baumart abhängig. Die Ulme wird beispielsweise schon Ende Mai geerntet, Fichte und Kiefer von November bis Februar - die meisten Baumarten sind von September bis November reif. Nicht immer müssen Zapfenpflücker bemüht werden. Die Eicheln werden am Boden aufgelesen, bei Bucheckern befestigt man Netze unterhalb der Baumkronen.

Sachsenforst hat derzeit 13 Zapfenpflücker in den eigenen Reihen. Perspektivisch sieht Frenzel Nachwuchsprobleme. Bisher ist der Beruf fest in Männerhand. „Leider haben wir keine einzige Zapfenpflückerin.“ Dabei wäre der Beruf bei Fitness und Höhentauglichkeit auch für Frauen machbar.

dpa

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