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Erste Schneeflocken auch im Flachland: November wird nasskalt, Wintertrend umstritten

Kühles Herbstwetter Erste Schneeflocken auch im Flachland: November wird nasskalt, Wintertrend umstritten

Keine Spur vom goldenen Herbst: Der November verspricht eher nasskalt zu werden. Auf dem Fichtelberg liegt bereits eine dünne Schneedecke, aber auch im Flachland sind in den nächsten Tagen die ersten Schneeflocken drin. Streit gibt es um den Wintertrend.

Nasskalter November: Erste Schneeflocken können in der Nacht zu Donnerstag auch im Flachland zu sehen sein.

Quelle: dpa

Leipzig/Wiesbaden. Wanderer auf dem Fichtelberg haben bereits allen Grund, die Winterstiefel zu schnüren: Eine dünne Schneedecke und Fröstel-Temperaturen um den Gefrierpunkt bestimmen das Bild auf Sachsens höchstem Gipfel. Aber auch im Flachland ist es höchste Zeit, die Balkonpflanzen einzulagern und das Kaminholz zu spalten: Der nasskalte November übernimmt die Wetterregie! „Es wird spürbar kälter. Am Donnerstag erreichen wir in der Region Leipzig tagsüber nur noch 5 bis 6 Grad“, sagt Gerold Weber vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig. Im Bergland gibt es dann schon leichten Dauerfrost, auch Schneefälle sind immer wieder möglich. Im Tiefland muss man sich auf Nachtfröste einstellen.

Nächste Woche neuer Kälteeinbruch

„Es wintert sich zwar noch nicht ein. Aber die ersten, vereinzelten Schneeflocken sind bereits in der kommenden Nacht auch im Tiefland möglich“, so Weber. Am Wochenende wird es vorübergehend wieder etwas milder, das Thermometer kratzt tagsüber an der 10-Grad-Marke. Aber nächste Woche geht es erneut bergab, Dienstag wird voraussichtlich der kälteste Tag der Woche mit höchstens fünf Grad Celsius. „Wie es danach weitergeht, steht im Moment noch auf der Kippe. Aber eine richtig milde Phase ist derzeit nicht in Sicht“, so der DWD-Meteorologe: „Das ist eigentlich normal, es ist halt Herbst.“

Früher Polarsplit: Droht uns ein Eiswinter?

Streit gibt es indes über den richtigen Trend für den Winter 2016/17. Alle Jahre wieder wagen sich einige wenige Meteorologen an eine Prognose für den Zeitraum Dezember bis März. Das besondere in diesem Jahr: Die Expertenmeinungen gehen weit auseinander. Schuld daran ist der sogenannte Polarwirbel. Dabei handelt es sich um einen um den Nordpol kreisenden Wind, der sich in jedem Winter auf der Nordhalbkugel ausbildet. Weht dieser Polarwirbel stark und stabil, erlebt Europa einen milden Winter. Bricht der polare Wirbel dagegen zusammen, dann stehen uns zumeist harte Wintermonate bevor.

Weil dieser Wirbelsplit in diesem Jahr bereits ungewöhnlich früh Anfang November beobachtet wird, schlussfolgern einige Forscher, dass in Deutschland ein früher Wintereinbruch und eine insgesamt eisige Saison droht. Das Portal „Wetter online“ etwa warnt: Aufgrund der momentanen Konstellation sei ein früher Kälteeinbruch in Europa so wahrscheinlich wie seit Jahren nicht mehr.

Wettermann Jung: Es wird eher mild und nass

„Das ist eine spannende Wetter-Story, nur darf man diese ganze Sache nicht allzu ernst nehmen“, hält Dominik Jung von Wetter.net dagegen. Jung, der seit Jahren Langzeitprognosen wagt, hält nichts von der Polarsplit-Theorie, weil sie andere Einflussfaktoren ausblende. „Man muss aber alle Komponenten betrachten. Daher halte ich kursierende Gerüchte über einen Eiswinter für unseriös.“

Jung rechnet in seinem Wintertrend eher mit einem milden und nassen Verlauf. Grundlage seiner Theorie: Die Experten des US-Wetterdienstes NOAA, die aufgrund eines enormen Datenvolumens weltweit führend in der Wetteranalyse sind, prognostizieren einen Mildwinter, der im Schnitt zwei Grad wärmer als normal ausfallen soll. Die US-Experten lagen schon mit ihrem Sommertrend 2016 richtig: Nur kurze heiße Phasen, verbunden mit einem hohen Unwetterpotenzial.

Wetter.net-Mann Jung ist sich in seiner Winter-Prognose diesmal auch einig mit dem Deutschen Wetterdienst: Der DWD sieht in seinem Jahreszeitentrend die höchste Wahrscheinlichkeit für einen milden Winter. Allerdings: Die DWD-Herbstbilanz fällt „unterkühlt“ aus: Neben den unterdurchschnittlichen Temperaturen war es auch ungewöhnlich dunkel. Mit rund 60 Stunden Sonnenschein erreichte der Oktober nur 57 Prozent der eigentlich 109 fälligen Stunden. Ein Fingerzeig für den kommenden Winter?

Von Olaf Majer

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