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Erzgebirgsbäcker wollen Dresdner Christstollen abservieren

Erzgebirgsbäcker wollen Dresdner Christstollen abservieren

Der Chef der Chemnitzer Werbeagentur Zebra redet nicht groß drumherum. „Er schmeckt besser als der Dresdner Christstollen“, sagt Joerg G. Fieback. Es sei gar nicht zu begreifen, warum so lange kein Mensch auf die Idee gekommen ist, dem vorzüglichen Erzgebirgischen Weihnachtsstollen ein Label zu verpassen.

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Eine Frage des Geschmacks: Vor 20 Jahren haben sich die Dresdner Stollen-Bäcker zusammengetan - nun kommt auch die Konkurrenz aus dem „Weihnachtsland“ Erzgebirge in Schwung. Mit eigenem Gütesiegel will sie den deutschen Markt erobern.

Quelle: dpa

Oelsnitz. Er selbst sei jedenfalls schon immer ein großer Liebhaber gewesen: „Ich will, dass ihn die Leute auf die Zunge kriegen.“ Und sei es um den Preis, dass dafür auch der berühmte Dresdner Christstollen aus den Regalen weichen muss.

Am Mittwoch ging der Stollenverband Erzgebirge in die Offensive. In einer Bäckerei in Oelsnitz wurde erstmals ein gemeinsames Gütesiegel präsentiert. Mit der Marke „Erzgebirgischer Weihnachtsstollen“ wollen die vorwiegend kleinen Bäckerbetriebe ab sofort ihre Absatzchancen im Rest der Republik verbessern. Zwei gekreuzte Hämmer finden sich auf dem Siegel, der Schriftzug „Traditionelle Handwerkskunst“ und der Zusatz „Nur echt aus dem Weihnachtsland“.

Das Tragen der Marke setzt voraus, dass das Gebäck von Hand gefertigt und ausschließlich im Erzgebirge gebacken und verpackt wird. „Hier kommt kein einziger Stollen vom Band“, sagt Fieback. Die Verwendung bleibe nur Verbandsmitgliedern vorbehalten. „Strenge Richtlinien“ müssten eingehalten werden, zum Einsatz kämen unabhängige Gutachter.

Die „Qualitätsordnung“ des Verbandes verbietet für Rosinenstollen die Verwendung von Marzipan, Erdnüssen, künstlichen Aromen, Konservierungsstoffe und „direkt zugegebene Zusatzstoffe“. Der Anteil etwa von Butter, Sultaninen und Mandeln ist zumindest grob vorgeschrieben. Abgesehen davon kann aber jeder Bäcker seine eigene Rezeptur beibehalten. „Einheitsstollen“ werde es aus dem Erzgebirge jedenfalls nicht geben, stellt Vorstandsmitglied und Bäckermeisterin Katja Walter klar.

Der im August 2010 gegründete und bisher weitgehend im Verborgenen arbeitende Stollenverband will nun rasch wachsen. Derzeit gehören ihm neun Bäcker und eine Biomühle an. Zu den weiteren Plänen gehören auch eine einheitliche Karton-Verpackung - mit detailliertem Herkunftsnachweis, aus welcher Bäckerei der Stollen stammt - und der Aufbau eines Online-Versandhandels.

Werbeprofi Fieback rechnet damit, dass der Aufbau der Marke „Erzgebirgischer Weihnachtsstollen“ nicht von heute auf morgen zu schaffen sei. „Auch die Dresdner haben Jahre gebraucht.“ Bäckermeister Chris Sauer aus dem osterzgebirgischen Pretzschendorf jedenfalls ist optimistisch. „Das Interesse wächst“, hat er schon in den vergangenen Monaten bei Außenterminen etwa in München festgestellt. Mit seinem Butterstollen macht der Bäckermeister schon bisher gute Geschäfte. Ob das neue Siegel hilft, kann der Chef der schon seit 1908 bestehenden Familienbetriebes schon in zwei Wochen testen - bei einem Außentermin in Bielefeld.

Tino Moritz, dpa

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