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„Es wird alles stehen“ – Lokführer-Warnstreik am Samstag auch in Mitteldeutschland

„Es wird alles stehen“ – Lokführer-Warnstreik am Samstag auch in Mitteldeutschland

Bahnreisende müssen sich für diesen Samstagmorgen auf einen weiteren Warnstreik einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) rief ihre Mitglieder am Freitag auf, um 6 Uhr bundesweit die Arbeit für drei Stunden niederzulegen.

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Bahnreisende müssen sich am Samstagmorgen auf einen weiteren Lokführerstreik einstellen.

Quelle: dpa

Frankfurt/Leipzig. Der Ausstand wird erneut auch Auswirkungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben.

„Wir haben bundesweit alle drei Bereiche – Güter-, Fern- und Nahverkehr – zum Warnstreik aufgerufen. Das heißt, dass zum Beispiel auch die S-Bahn Mitteldeutschland betroffen sein wird“, sagte der stellvertretende Bezirksvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) für Mitteldeutschland, Manfred Ohme, am Freitag. „Es wird alles stehen – und das überall.“

Gewerkschafter hoffen auf Verständnis der Reisenden

Die Lokführer sind zwischen 6 und 9 Uhr zum Warnstreik aufgerufen. Er hoffe bei den Reisenden auf Verständnis, sagte Ohme. „Wir machen das ja nicht aus Spaß an der Freude, sondern es muss sein.“ Die Deutsche Bahn solle im Tarifkonflikt mit der GDL ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Die Deutsche Bahn selbst konnte noch nicht abschätzen, wie viele Züge in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nicht fahren werden.

Für Reisende schaltet die Bahn am Sonnabend zwischen 5 und 12 Uhr eine kostenlose Service-Telefonnummer unter (08000) 99 66 33. Aktuelle Informationen sind auch unter www.bahn.de/aktuell oder unter m.bahn.de abrufbar. Fahrgäste, die aufgrund von streikbedingten Zugausfällen, Verspätungen oder verpassten Anschlüssen ihre Reise nicht wie geplant durchführen können, können ihre Fahrkarte und Reservierung im DB Reisezentrum oder in den DB Agenturen kostenlos erstatten lassen, teilte das Unternehmen weiter mit. Alternativ sollen Reisende den nächsten – auch höherwertigen – Zug nutzen können.

Auch Einschränkungen bei der Lufthansa möglich

Bereits am Montagabend hatte ein Lokführerstreik weite Teile des Zugverkehrs, darunter auch das mittdeldeutsche S-Bahn-Netz, lahmgelegt. Der Samstag ist dagegen gewöhnlich der verkehrsärmste Tag bei der Bahn. Möglicherweise gibt es an diesem Samstagmorgen aber noch Einschränkungen bei der Lufthansa infolge des Streiks, den die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit für Freitagabend angekündigt hatte. Ausweichen auf die Bahn ist dann nicht mehr möglich.

Die Lokführergewerkschaft kämpft darum, künftig auch für das übrige Zugpersonal verhandeln zu dürfen - was bisher die größere EVG übernahm. Die Bahn will dagegen als Bedingung für Verhandlungen über mehr Geld, dass beide Gewerkschaften zusammenarbeiten.

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Claus Weselsky, Vorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).

Quelle: Rainer Jensen

Das Verkehrsunternehmen kritisierte den Warnstreik als „völlig irrational“. GDL-Chef Claus Weselsky warf dagegen der Deutschen Bahn im Hessischen Rundfunk vor, sich in dem Tarifkonflikt nicht zu bewegen und die rivalisierende Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) zu schützen. In der kommenden Woche werde die GDL über weitere Schritte beraten, hieß es. „Als nächstes folgt die Urabstimmung über einen regulären Arbeitskampf“, sagte Weselsky.

„Niemand versteht den Sinn dieser Streiks, abgesehen von der Tatsache, dass eine Gewerkschaft das Spielfeld der anderen erobern will“, kritisierte Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber. Er rief die Gewerkschaft auf, die Aktion abzublasen und wieder zu verhandeln. Die GDL betont in ihrem Aufruf dagegen, mit dem Streik die Bahn an den Verhandlungstisch zurück bringen zu wollen.

Bahn will mehr Service-Personal einsetzen

Die Bahn kündigte an, in den Zügen und auf Bahnhöfen mehrere hundert Mitarbeiter zur Verstärkung einzusetzen, vor allem beim Service-Personal, den Betriebszentralen und Transportleitungen und bei der Reisendeninformation. „Wir sind jederzeit bereit, über alles für unsere Lokführer zu verhandeln“, versicherte Weber. „Über Löhne, über Arbeitsbedingungen und über neue Spielregeln für Tarifverhandlungen.“

Die GDL verlangt für sie alle fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Die bundeseigene Deutsche Bahn ein Lohnplus von 1,9 Prozent bei zwölf Monaten Laufzeit angeboten.

dpa / maf

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