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Europäischer Zahlungsstandard Sepa bringt Stress für Vereine

Europäischer Zahlungsstandard Sepa bringt Stress für Vereine

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eipzig. Bald wird es ernst: Bis Februar 2014 müssen sich Vereine auf den europäischen Zahlungsstandard Sepa umstellen. Laut Bundesbank haben dies bisher erst 21 der eingetragenen Vereine in Deutschland erledigt.

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Sepa-Umstellung: Bundesbank sieht Probleme bei Vereinen und Betrieben

Quelle: Uwe Anspach/Archiv

Ähnlich sehe es in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt aus. "Meistens haben nur die großen Vereine schon umgestellt", erklärt Andrea Drese von der Sparkasse Leipzig. "Gerade bei den kleinen muss aber noch einiges passieren."

Von Florian Theiß Die Änderungen betreffen zwar grundsätzlich alle Firmen, Privatpersonen und Vereinigungen. Vereine, die ihre Mitgliedsbeiträge per Lastschrift einziehen, müssen aber besonders viele Neuregelungen beachten. Damit das bequeme Verfahren weiter genutzt werden kann, muss eine sogenannte Gläubiger-Identifikationsnummer bei der Bundesbank beantragt werden. Das geht nur über das Internet (www.bundesbank.de). Die Bearbeitungszeit liegt derzeit bei rund einer Woche. Zudem können Einzüge künftig nicht mehr schriftlich bei der Bank eingereicht werden.

"Das wird ohnehin nur noch in den seltensten Fällen genutzt", erklärt Torsten Wünsche von der Volksbank Leipziger Land. "Die Funktion ist bei unseren Vereinskonten auch nicht mehr inbegriffen, fast alle Kunden nutzen den Onlinedienst." Das sind derzeit über 1000 Konten. Davon sind laut Bank weniger als zehn Prozent bereit für Sepa. Ist die Gläubiger-ID ausgestellt worden, muss eine Inkassovereinbarung mit der Hausbank getroffen werden. Schon erteilte Einzugsermächtigungen der Mitglieder sind auch nach der Umstellung weiter gültig, allerdings muss jedes Vereinsmitglied mindestens zwei Wochen vor der Abbuchung über die Höhe des Betrags und das genaue Abbuchungsdatum informiert werden. Um den Beitrag von neuen Mitgliedern einzuziehen, müssen diese dem Verein ein sogenanntes Sepa-Mandat erteilen. Für jede Lastschrift muss zukünftig außerdem eine Referenznummer angegeben werden. Wegen des Mehraufwands verzichten einige Vereine ab 2014 auf den Einzug per Lastschrift. "Die Mehrzahl unserer Kunden ist auf Überweisungen oder Daueraufträge umgestiegen", sagt Stefan Hillig von der Sparkasse Altenburger Land.

Der Thüringer Fußballverein ZFC Meuselwitz befindet sich gerade mitten in der Umstellung. "Wir sind schon ziemlich weit fortgeschritten", erklärt Vereinsvorsitzender Hubert Wolf. "Die Kontodaten der Mitglieder sind umgerechnet und werden im September noch mal überprüft. Im November müsste alles abgeschlossen sein." Der Regionalligist ist mit rund 500 Mitgliedern einer der größten Vereine im Altenburger Land.

Der Leipziger SC DHfK hat nach eigenen Angaben schon circa die Hälfte seiner Geschäfte auf Sepa umgestellt. "Die Betroffenen sind informiert, ab September werden die Beiträge in den Sektionssportarten per Sepa-Lastschrift eingezogen", erklärt Vereinssprecher Andreas Herudek. Bis Ende des Jahres will der 6000 Mitglieder starke Sportclub die Umstellung abschließen.

Stefan Kübert, Sprecher der Hauptverwaltungsstelle der Bundesbank in Leipzig, warnt davor, den Arbeitsaufwand zu unterschätzen: "Es können immer Probleme auftreten, mit denen keiner rechnet. Zum Beispiel wenn nicht alle Adressen der Mitglieder bekannt sind oder die Kontonummern nicht mehr stimmen." Auch ZFC-Vorsitzender Hubert Wolf rät dazu, den Aufwand nicht zu unterschätzen: "Die Umstellung verlief bis jetzt stressfrei, da steht aber auch schon monatelange Arbeit hinter." Zudem ist die Umstellung mit Kosten verbunden, erklärt Andreas Herudek vom SC DHfK: "Es entstehen zusätzliche Kosten, zum Beispiel für neue Briefbögen und Mitgliedsanträge. Dazu Portokosten für die vielen Briefe."

Auch Vereine, die keine Lastschrift nutzen, müssen für Sepa bereit sein. "Schließlich müssen auch Vereine ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen", so Kübert. Auch wer seinem Verein die Mitgliedsbeiträge überweist, solle das am besten schon mit den Sepa-Daten tun.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.08.2013

Florian Theiss

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