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Exotische Tiere sind in Sachsen immer beliebter

Exotische Tiere sind in Sachsen immer beliebter

Boas, Vogelspinnen, Kaimane - Immer mehr Menschen in Sachsen halten sich exotische Haustiere. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Die Tiere sind leicht zu haben, können im Internet bereits für wenige Euro ersteigert oder auf einer der zahlreichen Tierbörsen in ganz Deutschland gekauft werden.

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Schlangen und Vogelspinnen sind als Haustiere immer beliebter. (Archivbild)

Quelle: Catrin Steinbach

Dresdenn. Allerdings sind die Halter mit der Pflege der anspruchsvollen Exoten schnell überfordert. Dann landen Reptilien und Co. meist im Tierheim - oder werden einfach ausgesetzt.

„Viele Leute möchten etwas Exotisches zum Vorzeigen, haben aber keine Ahnung von artgerechter Haltung", sagte Peter Vater, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes. Das Problem: Stehen die Tiere unter Artenschutz, dürfen sie nicht einfach weitervermittelt werden. „Dann bleiben die Tierheime oft auf den Exoten sitzen."Das weiß Mario Assmann, Leiter des Tierschutzcentrums Meißen mit spezieller Exotenauffangstation, aus eigener Erfahrung. Derzeit sind hier allein 200 Reptilien, fünf Tigerpythons, 15 Boas, zahlreiche Schildkröten und sogar ein Nilwaran zu Hause. „Der Trend zu exotischen Haustieren hat in Ostdeutschland zwar verspätet eingesetzt, dafür sind sie jetzt umso beliebter", sagte Assmann. Mittlerweile sei fast jedes Tier zu haben. Im Internet gebe es Klapperschlangen schon für 20 Euro.Die Experten des Tierschutzcentrums rückten mittlerweile nahezu täglich aus - erst kürzlich haben sie eine ausgesetzte Würgeschlange in einem Bach bei Leipzig eingefangen. Auch Kaimane, die ihre Besitzer gebissen haben, landeten in der Auffangstation. „Die Halter sind meist völlig überfordert", sagte Assmann. Er fordert deshalb schärfere Gesetze für Besitzer von exotischen Tieren und einen Nachweis, der den Haltern entsprechendes Fachwissen attestiert.Bisher müssen artengeschützte Tiere bei den Behörden gemeldet werden. In Chemnitz sind derzeit rund 1100 Halter von geschützten Tierarten registriert, in Leipzig sind es knapp 1200. 2010 gab es in Dresden rund 560 Neuanmeldungen - mit 220 führt die Griechische Landschildkröte die Hitliste an, gefolgt von Riesenschlangen, Chamäleons oder Geckos. Allerdings gibt es auch zahlreiche nicht-meldepflichtige Exoten, über die keine Statistik geführt wird. „Wir gehen aber davon aus, dass die Zahl der Exoten steigt", sagte ein Sprecher des Veterinäramtes. Es gebe bestimmte Vorschriften, deren Einhaltung auch in Stichproben kontrolliert werde, hieß es.Michael Sperlich, Leiter des Leipziger Tierheims, hält die Gesetze allerdings für unzureichend und fordert, Privatleuten generell zu verbieten, gefährliche exotische Tiere zu halten. In den letzten Jahren habe es immer mehr Fundtiere gegeben. Derzeit beherbergt das Heim zahlreiche Schildkröten, darunter eine gefährliche Schnapp-Schildkröte, Leguane und einen vier Meter großen Python. „Letztendlich landen die Exoten doch im Heim", sagte Sperlich. Für rund 40 000 Euro hat das Leipziger Tierheim eine Reptilienstation gebaut - mit Anlagen aus Panzerglas, Wärmelampen und speziellen Becken für Wasserschildkröten. Im vergangenen Jahr fielen allein bei den Reptilien Stromkosten von rund 19 000 Euro an. „Eine finanzielle Herausforderung, die wir kaum bewältigen können", sagte Sperlich.

dpa

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