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FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki im Interview über den Neustart seiner Partei

FDP-Vizechef Wolfgang Kubicki im Interview über den Neustart seiner Partei

Mit fast 90 Prozent der Stimmen wählte der FDP-Bundesparteitag in Berlin Wolfgang Kubicki am Sonnabend zum Vizevorsitzenden. Als starke Persönlichkeit will der Nordliberale seinen letzten entscheidenden Neuanfang mit der FDP ganz von vorn mitgestalten.

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Der Vizevorsitzende Wolfgang Kubicki (r.) im Gespräch mit FDP-Chef Christian Lindner auf dem Bundesparteitag in Berlin.

Quelle: dpa

Berlin. Darüber hat die Leipziger Volkszeitung mit ihm gesprochen.

Frage:

Der wievielte Neuanfang der FDP ist das jetzt für Sie?

Wolfgang Kubicki:

Das kann ich kaum noch zählen. Ich bin 1971 eingetreten, als es einen Neuanfang gab. Ich habe einen Neuanfang nach dem Aus der sozialliberalen Koalition erlebt. 1998 gab es wieder einen Neuanfang, als Rot-Grün die Regierung übernahm. Und jetzt erlebe ich wieder einen Neuanfang. Dieses Mal muss es aber wirklich klappen, weil wir erstmals aus dem Bundestag geflogen sind. Jetzt muss die FDP von Neuem aufgebaut werden.

Sie waren eben erst in Ischgl und haben sich da eine leichte Austernvergiftung zugezogen. Wem geht es momentan besser: Ihnen oder der FDP?

Die Austernvergiftung ist nach zwei, drei Tagen vorbei. Man muss dann auch nicht mehr erbrechen. Ich bin mir sicher, dass nach diesem Parteitag klar wird, wie viel Kraft noch in der FDP steckt. Die Partei lebt noch an der Basis. Es ist geradezu amüsant, dass Erbschleicher wie Olaf Scholz von der SPD jetzt kommen und erklären, sie wollten sich unserer ehemaligen Wähler bemächtigen. Leute, wartet es ab! Die FDP wird sehr schnell zeigen, dass sie eine weiterhin gestaltende Kraft in Deutschland ist.

Lindner und Rösler sind beides Bambis. Was kann der Neue besser?

Alter an sich ist doch kein politisches Kriterium. Ich gehöre zu den zeitlos jungen Menschen. Christian Lindner hat eine völlig andere Art zu kommunizieren als Philipp Rösler. Und er wirkt trotz seiner 34 Jahre deutlich gereifter und deutlich älter. Er ist intellektuell eine der ganz großen Begabungen unserer Partei. Christian Lindner dokumentiert, dass der Liberalismus deutlich mehr umfasst als nur Wirtschaftsthemen. Er wird das Bild der FDP deutlich stärker und besser prägen als das Philipp Rösler bedauerlicherweise hat leisten können.

Wann muss Lindner liefern?  

Die Partei, wir alle müssen liefern. Keiner kann mehr mit dem Finger auf Berlin zeigen, weil es die Bundestagsfraktion und das durch sie geprägte Bild der Bundes-FDP nicht mehr gibt. Jede Wahl, bei der wir weniger als fünf Prozent holen, wird die Frage auslösen: Hat die FDP noch eine politische Bedeutung?

Sind Sie eine Art Politkommissar der FDP oder doch eher deren Lebemann?

Ich bin weder Politkommissar noch Lebemann. Ich bin unterwegs im Dienst meiner Partei, auch wenn man mir das nicht sofort zutraut. Ich bin 43 Jahre Mitglied der FDP. Ich will mein politisches Erbe doch nicht dadurch abschließen, dass es die FDP als politische Kraft nicht mehr gibt. In Schleswig-Holstein haben wir alle Wahlen seit 2000 mit mehr als fünf Prozent gewonnen. Wir sind sechs Mal hintereinander in den Landtag gewählt worden. Wir wissen, wie man Wahlen gewinnen kann. Ich habe viel an Erfahrung weiterzugeben. Unsere Parteifreunde brennen darauf zu beweisen, dass das Wahlergebnis vom 22. September 2013 ein einmaliger Ausrutscher war.

Ist das Ausbremsen der AfD bei der Europawahl für die FDP existenziell?

Das ist sinnvoll. Die AfD ist eine Partei, die Europa ablehnt, die die Euro-Zone zerschlagen will. Das daraus folgende ökonomische Chaos kann keiner wollen. Mit dieser rückwärts gewandten unvernünftigen Politik hat die FDP nichts gemein.

Sind Sie froh, wenn Angela Merkel als Kanzlerin weg ist?

Sie macht ja einen vergleichsweise guten Job. Aber sie hat mit der letzten Bundestagswahl ihren Zenit erreicht. Von jetzt an heißt es für sie wie bei Hildegard Knef: Von nun an ging‘s bergab. Sie wird 2017 garantiert nicht mehr Spitzenkandidatin der CDU sein.

Interview: Dieter Wonka

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