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Facebookparty in Dresden: Polizei im Großeinsatz, das Chaos bleibt aus

Facebookparty in Dresden: Polizei im Großeinsatz, das Chaos bleibt aus

Wegen einer angeblichen Facebookparty war die Polizei in der Nacht zum Sonntag in der Radeberger Vorstadt im Großeinsatz. Im Internet hatten Unbekannte zur Geburtstagsfeier eingeladen und als Adresse die Hausnummer der Dresdner Gema-Niederlassung in der Zittauer Straße eingeladen.

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Bei der angeblichen Facebookparty zündeten Jugendliche auf der Zittauer Straße wiederholt Bengalos ab.

Quelle: Uwe Hofmann

Dresden. Von den mehr als 3000, die ihr Kommen angekündigt hatten, waren letztlich 300 meist jugendliche Personen aus ganz Sachsen gekommen, wie die Polizei mitteilt.

Schon im Vorfeld hatte die Polizei, die mit etwa einhundert Beamten im Einsatz war, die Zittauer Straße weiträumig abgesperrt. Die Stadt hatte die Feier verboten, um ähnlich chaotische Situationen wie bei früheren Facebookpartys in anderen Großstädten zu vermeiden, weil dort hunderte Feierwütiger Straßen verstopften und ganze Stadtteile lahmlegten.

Dieses Chaos blieb in Dresden aus. Immer wieder stießen kleinere Grüppchen, die den angeblichen 18. Geburtstag von Lisa Dorn feiern wollten, auf die Absperrungen und ließen sich zunächst wegschicken. Gegen 23 Uhr sammelten sich dann in der Zittauer Straße etwa 150 Jugendliche, laut Polizei viele von ihnen augenscheinlich betrunken. Nachdem sie drei Geburtstagslieder für Lisa angestimmt hatten, zündeten sie Böller und bengalische Fackeln. Vereinzelt wurden Bierflaschen in Richtung der Polizisten geworfen.

Die Beamten räumten schließlich die Zittauer Straße bis zur Ecke Forststraße. Dort sammelten sich dann zeitweise bis zu 300 Menschen, die erneut zündelten und Glasflaschen warfen. Auch vier Mülltonnen steckten sie in Brand. Einen 47-Jährigen nahm die Polizei in Gewahrsam, weil er ein Halteverbotsschild aus der Verankerung reißen wollte.

Gegen Mitternacht lösten die Polizisten schließlich die Versammlung auf, woraufhin sich die verhinderten Partygänger zerstreuten. Gegen 0.30 Uhr war der Platz geräumt. „Es war richtig, diesen Partyaufruf ernst zu nehmen und einen Polizeieinsatz durchzuführen", zog Polizeirat Thomas Wurche, der den heutigen Einsatz führte, ein Fazit. „Im Vergleich zum Verlauf derartiger Veranstaltungen in anderen bundesdeutschen Städten sind vier angebrannte Mülltonnen ein vergleichsweise geringer Schaden. Aber es gibt definitiv spaßigere Arten, den Samstagabend zu verbringen", so der 43-Jährige.

Unklar sind die Hintergründe des Partyaufrufs. Dass die unbekannten Initiatoren die Gema-Niederlassung mit einem Ansturm von Feiernden treffen wollten, legt die Vermutung nahe, dass sie auf diese Weise gegen die Rechteverwertungsgesellschaft demonstrieren wollten. Die Gema ist unter anderem wegen einer Gebührenerhöhung in der Kritik. Allerdings deutete in der Nacht zum Sonntag wenig auf eine entsprechende Haltung der Beteiligten hin. Nicht geklärt ist ebenfalls, ob es sich beim anonymen "Nordkoreanischen Komitee für Menschlichkeit", das sich per Twitter zum Partyaufruf bekannt hat, tatsächlich um die Urheber oder nur um Trittbrettfahrer handelt.

Uwe Hofmann

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