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Fachleute prüfen B6n nach Anzeige auf Baumängel

Fachleute prüfen B6n nach Anzeige auf Baumängel

Nach einer anonymen Anzeige wegen angeblicher krimineller Machenschaften beim Bau der Bundesstraße 6n haben Fachleute mit der Untersuchung des Falls begonnen. Experten eines Prüflabors nahmen an Dienstag an acht Stellen nahe Abbenrode, Wernigerode und Aschersleben Bohrungen vor, um die Zusammensetzung des Straßenbelags und darunterliegender Schichten zu prüfen.

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Quelle: dpa

Magdeburg. Die entnommenen Bohrkerne mit 30 Zentimeter Durchmesser sollen nun analysiert werden, um festzustellen, ob Baufirmen wie in der Anzeige behauptet minderwertiges Material einsetzten. Mit ersten Ergebnissen sei frühestens Ende dieser Woche zu rechnen, sagte ein Sprecher von Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU).

Der Minister setzte zudem eine Kommission ein. Sie soll Vorwürfen nachgehen, der Landesbaubetrieb habe die Bauausführung nicht ausreichend kontrolliert. Die Kommission besteht aus zwei Gutachtern für Straßenbau, einem Mitarbeiter der Innenrevision im Landesbaubetrieb und einem Juristen des Ministeriums. „Die Expertengruppe arbeitet so lange, bis die Vorwürfe und Verdächtigungen rückhaltlos aufgeklärt sind“, sagte der Sprecher. Nach seinen Angaben werden Straßenbauvorhaben üblicherweise sowohl von Fachleuten des Landes als auch von externen Experten begleitet.

Anlass für die Prüfungen ist eine anonyme Anzeige, in der Unbekannte Baufirmen Betrug und Pfusch sowie den Behörden Versäumnisse bei der Kontrolle vorwerfen. Mit der Anzeige beschäftigt sich auch die Staatsanwaltschaft Magdeburg, ohne das bislang ein Ermittlungsverfahren eröffnet wurde. Ob die Vorwürfe berechtigt seien, sei noch völlig offen, sagte ein Behördensprecher. Die FDP forderte Daehre auf, den Landtag im Verkehrsausschuss zügig über die Vorgänge und mögliche Konsequenzen zu informieren. „Der Bau der B6n hat den Steuerzahler viel gekostet. Wir müssen schnell klären, ob sie das Geld auch wert ist“, erklärte der FDP-Abgeordnete Uwe Schrader.

In der anonymen Anzeige, die mit „Steuerzahler aus dem Landkreis Harz“ unterzeichnet ist, werden mögliche Mängel detailliert aufgelistet. So sei billiges Kalksteinmaterial verbaut, aber laut Vertrag vorgeschriebenes Hartgestein abgerechnet worden. Haftkleber sei nicht richtig eingesetzt worden. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, will das Ministerium Regressforderungen an Baufirmen prüfen.

Die vierspurige Schnellstraße B6n wurde seit den 90er Jahren schrittweise neu gebaut und verläuft heute über knapp 90 Kilometer vom niedersächsischen Vienenburg bis nahe an die Autobahn 14 bei Güsten (Salzlandkreis). Die Kosten liegen bei etwa 600 Millionen Euro. Im Vorjahr wurden mehrere, zusammen 19 Kilometer lange Abschnitte für fünf Millionen Euro saniert - sie waren erst vor acht Jahren für den Verkehr freigegeben worden. Laut Verkehrsministerium ist ein solcher Sanierungsfall nicht ungewöhnlich, aber „an der unteren Grenze“. Normalerweise hielten solche Straßen etwa zehn Jahre. Die Gewährleistungsfrist - also die Garantie des Erbauers - beträgt fünf Jahre.

dpa

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