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Familie El-Sherbini beantragt Ermittlungen gegen Richter

Familie El-Sherbini beantragt Ermittlungen gegen Richter

Die Familie der im Landgericht Dresden ermordeten Ägypterin Marwa El-Sherbini strebt eine Wiederaufnahme der Ermittlungen gegen zwei Richter des Landgerichts an.

Berlin/Dresden. Er habe im Namen der Mutter und des Bruders der 31-Jährigen einen entsprechenden Antrag beim Oberlandesgericht Dresden gestellt, teilte der Berliner Rechtsanwalt Eberhard Schultz am Donnerstag mit. Ziel sei eine Klage gegen den Präsidenten des Landgerichts und den Vorsitzenden Richter der Berufungsverhandlung vom 1. Juli 2009.

Dort hatte der arbeitslose Spätaussiedler Alex W. die schwangere Zeugin Marwa El-Sherbini vor den Augen ihres dreijährigen Sohnes brutal erstochen und ihren Mann, einen Zellforscher, lebensgefährlich verletzt. Die ausländerfeindliche Tat hatte Entsetzen und Proteste vor allem in der islamischen Welt ausgelöst. In Sachsens Gericht wurden danach die Sicherheitskontrollen verschärft. Schon im Prozess hatte die Familie der Getöteten den Richtern vorgeworfen, wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen in dem Gebäude mitschuldig am Tod der jungen Mutter zu sein.

Bereits der Witwer hatte Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung und fahrlässiger Tötung gegen die Richter gestellt. Mangels Tatverdachts beendete die Staatsanwaltschaft diese jedoch. Eine Beschwerde der Familie dagegen war zurückgewiesen, die Mandanten von ihren damaligen Anwälten aber nicht über mögliche weitere Schritte informiert gewesen, erklärte Schultz. Bisherige Ermittlungen seien unzureichend gewesen und die Verantwortlichkeit der Richter für den Zutritt des Angeklagten zum Gericht mit einem großen Messer nicht geprüft worden, argumentierte Schultz. Dabei habe es ausreichend Belege für dessen rassistische Einstellung gegeben.

Alex W. war im November 2009 wegen Mordes und gefährlicher Körperverletzung zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden und die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Eine Revision des Angeklagten hatte der Bundesgerichtshof im Juni verworfen, das Urteil ist rechtskräftig.

dpa

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