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Fast 450 Thüringer warten auf ein Organ - Spendebereitschaft niedrig

Fast 450 Thüringer warten auf ein Organ - Spendebereitschaft niedrig

Fast 450 Thüringer warten derzeit auf ein Spenderorgan. Zugleich stellen sich wieder etwas mehr Menschen im Freistaat nach ihrem Tod als Organspender zur Verfügung.

Erfurt. Das geht aus Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation, der Techniker Krankenkasse und des Gesundheitsministeriums hervor. Im vergangenen Jahr hätten von einer Million Thüringern im Schnitt 25 einer Organspende zugestimmt, sagte Referatsleiterin Christine Anding aus dem Gesundheitsministerium. Deutschlandweit seien es dagegen nur 15,9 gewesen. „Da sind die Thüringer überdurchschnittlich engagiert.“

Insgesamt wurden 2010 genau 56 Menschen im Freistaat Organe zur Spende entnommen. Das sind rund zehn mehr als in den Vorjahren. In 27 Fällen lehnten die Angehörigen den Eingriff ab, nachdem bei einem potenziellen Spender der Hirntod festgestellt worden war. Obwohl es immer weniger Organspender als Kranke gebe, dürfe die Entscheidung nicht verordnet werden, betonte das Gesundheitsministerium.

Im Transplantationszentrum Jena würden derzeit 526 Organe für schwer kranke Menschen benötigt, sagte Anding. Bei einigen müssten gleich mehrere Organe ersetzt werden. Besonders gefragt seien Nieren, und Lebern, gebraucht würden aber auch 42 Herzen und neun Lungen. Nieren und Lebern sind laut Stiftung zugleich auch die am häufigsten gespendeten Organe.

Zudem habe es 16 Lebendspenden zwischen Angehörigen gegeben, sagte eine Sprecherin der Techniker Krankenkasse am Mittwoch unter Berufung auf Eurotransplant. Auf der Warteliste stünden mit 446 Thüringern zehn weniger als im vergangenen Jahr - unter ihnen auch fünf Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren.

Die Zahl der Thüringer mit Organspendeausweis sei nicht bekannt, sagte Susanne Venhaus von der Deutschen Stiftung Organtransplantation. Den Versuch einiger Bundesländer zu einem neuen Organspende-Gesetz trage Thüringen dennoch nicht mit, sagte der Sprecher des Gesundheitsministerium, Uwe Büchner. Das hessische Gesundheitsministerium setzt sich dafür ein, dass jeder Bundesbürger nach seinem Tod als Organspender betrachtet wird, wenn er zu Lebzeiten nicht widerspricht. Bayern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und das Saarland signalisierten Zustimmung.

Der Vorschlag der Länder sei ethisch problematisch, sagte dagegen Büchner. Über ein so sensibles Thema wie Organspenden dürfe nicht im Ausschlussverfahren entschieden werden. „Das muss sich jeder bewusst machen.“ Thüringen sei dafür, die Spendenbereitschaft auf der elektronischen Gesundheitskarte zu hinterlegen. Zur Unterstützung sollten Ärzte persönliche Gespräche führen.

Die CDU-Landtagsabgeordnete Beate Meißner beklagte fehlende Spender: „Es ist bedrückend, dass jährlich rund 1000 Menschen sterben, die vergeblich auf eine Organspende warten.“ Die Spendenbereitschaft sei auch in Thüringen niedrig. So hätten sich 79 Prozent der Bevölkerung noch wenig bis gar nicht mit dem Thema auseinandergesetzt. Die Politik dürfe die Menschen jedoch nicht bevormunden, sagte Meißner.

dpa

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