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Fehlinterpretierte Völkerwanderung: Archäologen sehen Migration als Chance

Konferenz in Halle Fehlinterpretierte Völkerwanderung: Archäologen sehen Migration als Chance

Archäologen diskutieren über Migration. Ihr Fazit: Länder gehen durch Einwanderung nicht unter, aber Integration ist für ein friedliches Zusammenleben unabdingbar.

Der Direktor des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie in Sachsen-Anhalt Harald Meller. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Halle. Archäologen haben davor gewarnt, mit Argumenten aus der Geschichte Ängste vor Flüchtlingen zu schüren. „Ängste vor den heutigen Migrationsbewegungen mit dem Beispiel der historischen Völkerwanderung zu verbinden, ist falsch. Das Römische Reich ist nicht durch die Völkerwanderung, sondern durch inneren Streit untergegangen“, sagte der Archäologe Martin Schönfelder vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum - Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie (Mainz) vor einer Konferenz in Halle. Dort steht von Donnerstag an die Geschichte der Migration im Mittelpunkt des 9. Mitteldeutschen Archäologentages.

Sachsen-Anhalts Landesarchäologe Harald Meller sagte: „Wir sind das Ergebnis von Migration, das heutige Europa ist das Ergebnis von Migration, unsere Gene beweisen dies. Das Römische Reich hat es verstanden, die Menschen unzähliger Völker der antiken Welt zu integrieren. Und es hat lange bestanden, rund 1000 Jahre.“ Eine erfolgreiche Integration bringe der Gesellschaft enorme Vorteile.

Für die Archäologen lautet die Frage, wie die Gesellschaft mit Migration umgeht. Gegeben hat es Wanderungsbewegungen schon immer. „Die Integration hat eine zentrale Bedeutung“, sagte Schönfelder. „Flüchtlinge wollen sich integrieren. Im Römischen Reich wollten die Gallier und Germanen römischer als die Römer sein. Heute ist es vielleicht so, dass Flüchtlinge mitunter deutscher sein wollen als die Deutschen. Was man verhindern muss, ist eine Ghetto-Bildung.“

Der Kongress in Halle hat das Thema „Migration und Integration von der Urgeschichte bis zum Mittelalter“. Es werden rund 250 Teilnehmer erwartet, unter anderen Wissenschaftler aus den USA, Großbritannien, Spanien und Österreich. 25 Vorträge stehen auf dem Programm.

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