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Filmindustrie bereitet Strafantrag gegen Nachfolger von kino.to und andere Anbieter vor

Filmindustrie bereitet Strafantrag gegen Nachfolger von kino.to und andere Anbieter vor

Kinox.to, der Nachfolger des illegalen Internet-Filmportals kino.to, gerät möglicherweise bald ins Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) bereite derzeit einen Strafantrag vor, bestätigte deren Sprecherin Christine Ehlers gegenüber LVZ-Online.

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Screenshot des Portals kinox.to

Quelle: Screenshot

Leipzig. Der Vorwurf: Urheberrechtsverletzung. Vorsorglich werde der Antrag zusätzlich auf gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzung lauten, so Ehlers. „Denn wir haben Hinweise darauf, dass die Anbieter den Zweck verfolgen, mit kinox.to Geld zu verdienen – beispielsweise über Werbebanner.“ Das Portal weise in dieser Hinsicht vergleichbare Strukturen wie der Vorgänger kino.to auf. Wie eng die personellen Überschneidungen sind, ist aber noch unklar. Der Strafantrag werde derzeit ausgearbeitet und innerhalb der nächsten Wochen gestellt, so Ehlers. Welche Staatsanwaltschaft sich damit zu befassen hat, müsse erst noch entschieden werden.

„Wir hoffen natürlich auf einen Erfolg bei den Ermittlungen“, sagte die GVU-Sprecherin. Sie sei zuversichtlich, weil das Verfahren um kino.to einige Dinge klargestellt habe. So hatte im Dezember 2011 erstmals ein Richter in Leipzig geurteilt, dass sogenannten Streaming-Angebote als illegal eingestuft werden können, wenn darüber beispielsweise urheberrechtlich geschützte Filme angesehen werden. Damit drohen möglicherweise auch den Nutzern Konsequenzen.

Die GVU als eine von der Film- und Unterhaltungssoftware-Wirtschaft getragene Organisation sammelt nach eigenen Angaben Informationen über eine Vielzahl solcher Streaming-Portale. Einer Liste aus dem November 2011 zufolge beobachtet sie 26 Seiten, die auf rund 600.000 Links – also Filme – verweisen. Derzeit würden nicht nur gegen kinox.to, sondern gegen bis zu vier weitere Anbieter Strafanträge vorbereitet, sagte Ehlers. Diese seien notwendig, damit Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Arbeit aufnehmen könnten.

Wann mit ersten Urteilen zu rechnen ist, lässt sich nach Angaben der GVU-Sprecherin nur schwer abschätzen: „Im Fall von kino.to hat es etwa ein halbes Jahr gedauert. Das ging irre schnell.“ In anderen Prozessen habe es dagegen nach sechs Monaten gerade einmal den Durchsuchungsbeschluss gegeben. Der Zeitrahmen hänge auch davon ab, wie brauchbar die Informationen seien. Diese bezieht die GVU auch von Informanten.

Betreiber schwärzen sich gegenseitig an – „Verteilungskampf um Nutzer“

Seit dem Ende von kino.to gehen immer wieder zahlreiche Hinweise auf möglicherweise illegale Portale bei der Organisation ein. Als Ursache sieht Christine Ehlers die Konkurrenz unter den neuen Anbietern: „In der Szene ist ein regelrechter Verteilungskampf um die Nutzer entbrannt. Die Betreiber schwärzen sich gegenseitig bei uns an.“ Es gebe auch Attacken auf die jeweils anderen Angebote.

Die starke Konkurrenz ist gleichzeitig Ausdruck der Tatsache, dass trotz der Verurteilungen im Fall kino.to immer wieder neue Filmportale gegründet werden. Die GVU lässt sich davon aber nicht entmutigen: „Wenn Ihnen ein Fahrrad geklaut wird, hören sich ja nicht damit auf, das neue anzuschließen“, sagte Sprecherin Ehlers. „Wir werden weiter gegen Urheberrechtsverletzungen vorgehen und zur Anzeige bringen.“ Zwar sei es auf Dauer unbefriedigend, wenn immer wieder neue Portale auf der Bildfläche erschienen. Parallel zu den Strafanträgen schaue die GVU nun deshalb verstärkt auf die Geldquellen.

maf

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