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Fit für die Bahn: Rollator-Training am Dresdner Hauptbahnhof

Fit für die Bahn: Rollator-Training am Dresdner Hauptbahnhof

Hella Holschke steht im Blitzlichtgewitter. „Das müsste eigentlich nicht sein“, sagt die 87-Jährige lächelnd, während sie am Donnerstag für Fotografen und ein Fernsehteam auf Gleis 14 des Dresdner Hauptbahnhofs immer wieder über eine Rampe mit ihrem Rollator in den bereitstehenden S-Bahn-Sonderzug ein- und aussteigt.

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Die Deutsche Bahn bietet regelmäßig einen Rollator-Tag an. Hier am Dresdner Bahnhof.

Quelle: dpa

Dresden. Ein bisschen stolz ist sie aber schon, für einen Moment wie ein Star beim Mobilitätstraining der Deutschen Bahn am Rollator-Tag im Mittelpunkt des Medieninteresses zu stehen.

Seit einem Jahr ist die Dresdnerin wegen ihrer Kreislaufprobleme auf die rollende Gehhilfe angewiesen. Eigentlich kommt sie ganz gut im Alltag damit zurecht. „Aber wenn der Abstand zwischen Bahn und Bahnsteig zu groß ist, kann es schwierig werden“, sagt die Seniorin. Deshalb sei das Training gut und wichtig. Der Zug fährt nicht ab und es gibt keinen Zeitdruck. „Es wird einem hier auch gesagt, was man darf und was nicht.“ So solle man nicht während der Fahrt auf dem Rollator sitzen, wenn kein Sitzplatz im Zug frei ist. „Das mache ich aber trotzdem“, verrät Holschke mit schelmischem Blick.

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Dresden. Hella Holschke steht im Blitzlichtgewitter. „Das müsste eigentlich nicht sein“, sagt die 87-Jährige lächelnd, während sie am Donnerstag für Fotografen und ein Fernsehteam auf Gleis 14 des Dresdner Hauptbahnhofs immer wieder über eine Rampe mit ihrem Rollator in den bereitstehenden S-Bahn-Sonderzug ein- und aussteigt. Sie nutzt wie viele andere das Mobilitätstraining der Deutschen Bahn.

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Inge Friedrich findet die Veranstaltung gut. „Die haben mir hier die Bremsen von meinem Rollator eingestellt. Kostenlos. Alles sehr schön“, sagt die 73-Jährige und trinkt einen Schluck Kaffee. Sie hat aus der Zeitung vom Rollator-Tag erfahren. Gut findet sie auch, bei dieser Gelegenheit andere Menschen mit ähnlichen Problemen zu treffen.

Trainingsparcours auf dem Bahnsteig

Auch Mitarbeiter eines Sanitätshauses sind auf dem Bahnsteig und beraten die Senioren, überprüfen die Rollatoren. Auch den von Karlheinz Klein. Der 84-Jährige musste nach einer Operation Anfang 2012 erst wieder laufen lernen. „Ich bin soweit wieder intakt“, sagt er und macht ein paar langsame Schritte, den Rollator fest im Griff. Den auf dem Bahnsteig aufgebauten Trainingsparcours mit verschiedenen Untergründen habe er ohne Probleme gemeistert. „Wenn der Bahnsteig niedrig ist und ich in die Bahn hochsteigen muss, habe ich aber Probleme“, sagt er.

Die Einsteigehilfe der Bahn hat Klein noch nie in Anspruch genommen. „Ich will keinem zur Last fallen“, sagt er. Dabei bieten die Bahn bundesweit und der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) im Großraum Dresden Menschen mit Handicap Hilfe beim Ein- und Aussteigen. An den größeren Bahnhöfen stehen etwa mobile Hubgeräte bereit, die Züge verfügen über Rampen, die den Spalt zwischen Bahnsteig und Zug überbrücken, oder geschulte Bahn-Mitarbeiter reichen einfach nur eine helfende Hand. Über spezielle Servicenummern können diese Hilfen angefordert werden. Die Zugführer werden dann per SMS informiert. „Etwa 15 Anmeldungen pro Woche gehen beim VVO und für den RE50 von Dresden nach Leipzig ein“, sagt Bahnsprecher Jörg Bönisch.

Bahn hilft bei der Reiseplanung

Peter und Renate Seyfarth kommen noch ganz gut allein zurecht. „Wir sind viel mit der Bahn unterwegs“, sagt der 77-Jährige, der den elektrisch betriebenen Rollstuhl seiner Frau von hinten steuert. Damit er das Gefährt besser ankippen kann, hat der Ingenieur einen kleinen Fußhebel am Rollstuhl angebracht. „So ist er nun mal“, sagt seine gleichaltrige Ehefrau lächelnd.

Doch gerade für alleinreisende Menschen im Rollstuhl ist der Ein- und Ausstiegsservice wichtig. Sie können ihre Reise komplett von der Mobilitätsservice-Zentrale der Bahn planen lassen - damit auch an allen Umsteigebahnhöfen Geräte und Helfer bereitstehen.

„Wir wollen einfach wie alle anderen Fahrgäste reisen können“, sagt der Ehrenvorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen, Peter Münzberg. Er sitzt selbst im Rollstuhl und weiß, worauf es ankommt. „Die Menschen müssen vor allem wissen, was für Hilfe sie brauchen, und das dann auch entsprechend anfordern.“ Auch er nennt den Abstand zwischen Bahnsteig und Zug als größtes Problem für Bahnreisende im Rollstuhl. „Das muss man einfach üben.“ Deshalb seien diese Mobilitätstrainings am stehenden Zug gut. „Wir wollen ja keine Verspätungen provozieren.“

Martin Fischer, dpa

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