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Flashmob in Dresden: Referendare werfen symbolisch ihre Kompetenzen weg

Flashmob in Dresden: Referendare werfen symbolisch ihre Kompetenzen weg

„Englisch/Spanisch – wäre gern Lehrer in Sachsen“, steht in gelber und blauer Kreideschrift auf dem Fußweg vor dem Kultusministerium. Nur wenige Zentimeter daneben kann der Fußgänger die Fächerkombinationen Russisch/Englisch oder Mathe/Informatik lesen.

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Mit Kreide schrieben die Referendare ihre Fächerkombinationen auf den Fußweg.

Quelle: Nadine Steinmann

Dresden. Verantwortlich für die bunten Verzierungen auf dem Gehweg sind rund 60 Referendare aus dem Jahrgang 2012/14, die im Juli ihr Referendariat beenden und vor dem Nichts stehen: Kein Job, keine Zukunft, keine Perspektiven.

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Dresden. „Englisch/Spanisch – wäre gern Lehrer in Sachsen“, steht in gelber und blauer Kreideschrift auf dem Fußweg vor dem Kultusministerium. Verantwortlich für diese und ähnliche Verzierungen auf dem Gehweg sind rund 60 Referendare aus dem Jahrgang 2012/14, die im Juli ihr Referendariat beenden und vor dem Nichts stehen: Kein Job, keine Zukunft, keine Perspektiven.

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Kurz vor 15 Uhr versammelten sich am Dienstagnachmittag die Lehrer in Spe vor dem Kultusministerium zu einem Flashmob. Sie alle trugen grüne Kleidung, die symbolisieren sollte, dass die Referendare noch die Hoffnung hegen, an einem Gymnasium in Sachsen einen Job zu finden. In einer langen Schlange aufgereiht standen sie vor dem Ministeriumsgebäude und schrieben ihre Fächerkombinationen auf den Boden, um zu verdeutlichen, welches Potential die jungen Fachkräfte haben.

Nun stellt sich sicherlich die Frage, warum seit Monaten in den Medien von akutem Lehrermangel in Sachsen gesprochen wird, gleichzeitig aber rund 60 Referendare auf ihre missliche Situation aufmerksam machen. Manja Kelch, Sprecherin des Kultusministeriums, erklärt den Widerspruch: „Viele Studenten belegen Fächerkombinationen wie Deutsch und Geschichte. Es werden aber vor allem Lehrer für Naturwissenschaften gesucht.“ Außerdem gebe es zu viele Bewerber auf Stellen an Gymnasien. Bedarf sei aber an den Grund- Ober- und Förderschulen. Die Studenten seien auch vor ihrem Studienbeginn auf diese Situation hingewiesen wurden, so Kelch.

Dies bestritten aber am Dienstagnachmittag die teilnehmenden Referendare vehement. „Als ich mich für das Studium entschieden habe, hieß es noch, werdet Lehrer in Sachsen. So habt ihr künftig eine Perspektive“, erklärt einer der Teilnehmer. Ihre Namen wollen sie nicht öffentlich bekannt geben, da sie Angestellte des Freistaats sind und damit strengen Regeln unterliegen.

Nachdem die Fächerkombinationen von den Referendaren vor dem Kultusministerium niedergeschrieben waren, zog es die Teilnehmer an das Elbufer, wo der zweite Teil des Flashmobs stattfand. Diesmal in schwarz gekleidet, warfen die künftigen Lehrer eingepackte Geschenke weg – diese standen symbolisch für ihre Kompetenzen, die sie nie anwenden können, wenn sie keinen Job in Sachsen finden. So verschenkte eine der Teilnehmerin ihr pädagogisches Know-How, Empathiefähigkeit, fundiertes, weitreichendes Fachwissen, schülerorientierte Methodik sowie witzige und motivierende Unterrichtsgestaltung. „In meiner Fächerkombination ist unter anderem Chemie dabei. Trotzdem finde ich keinen Job und dabei muss ich zwei Kinder ernähren“, erklärt eine junge Frau aufgebracht und fügt hinzu: „Da hat man sieben Jahre studiert und mit Bestnote abgeschnitten. Trotzdem nützt es einem nichts.“

Nadine Steinmann

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