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Flug zur „Schwarzen Sonne“: Riesaer Sternwartenleiter im Gespräch mit LVZ-Online

Flug zur „Schwarzen Sonne“: Riesaer Sternwartenleiter im Gespräch mit LVZ-Online

Atemberaubend. Kaum in Worte zu fassen. Er war der „Schwarzen Sonne“ so nah wie nur wenige an diesem 20. März: Der Riesaer Sternwartenleiter Stefan Schwager erlebte die totale Sonnenfinsternis an Bord eines Beobachtungsflugs zum Nordmeer.

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Alles klar für den Flug zur totalen SoFi: Stefan Schwager (l.), Leiter der Sternwarte Riesa, und Freunde erlebten die SoFi 2015 über dem Nordmeer.

Quelle: Sternwarte Riesa

Leipzig. Am Nachmittag hatte er wieder festen Boden unter den Füßen. LVZ-Online sprach kurz nach der Landung mit ihm über seine Eindrücke.

Willkommen zurück auf der Erde! Sind die Knie noch wacklig?

Ich sitze im Auto, da fällt das nicht so auf. Aber im Ernst: Der Flug war atemberaubend schön. Man schaut aus dem Fenster, und sieht die verdeckte Sonne viel größer, als sie auf Bildern festzuhalten ist. Die unglaublich helle Korona (Sonnenatmosphäre, sichtbar als Strahlenkranz, Anm. d. Red.), der Schatten des Mondes und das Farbspiel im Licht der Dämmerung – das ist einfach nicht in Worte zu fassen.

Welche Überraschungen gab es?

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Totale Sonnenfinsternis - aufgenommen beim Beobachtungsflug am 20. März 2015.

Quelle: Sternwarte Riesa

Tatsächlich wurde ich überrascht. Es ist doch erstaunlich, wie man sich die Bewegung des Mondschattens so vorstellt, und wie das tatsächlich ist. (Der Kernschatten bewegt sich mit 3500 km/h, Anm. d. Red). Das sieht eigentlich recht gemütlich aus. Wir konnten innerhalb einiger Sekunden gut beobachten, wie der Schatten auf- und abzieht. Der ist nicht einfach nur schnell vorbeigerast.

Außerdem war die Korona sehr, sehr hell, viel heller als 2006. Das hängt möglicherweise mit der starken Sonnenaktivität derzeit zusammen. Aber da gibt es noch einiges, das man im Nachhinein überdenken muss.

Konnten Sie trotzdem wie gehofft neben der verdeckten Sonne noch Sterne sehen?

Ja, tatsächlich. Unsere Gruppe hat zuerst die Venus entdeckt. Die Mitreisenden wollten es zuerst gar nicht glauben, aber dann leuchtete die Venus immer heller. Auch Jupiter haben wir sehen können.

Wie hoch war der Puls, als die totale Sonnenfinsternis begann?

Ungefähr so schnell wie ein Kolibri…

Wie konnten Sie da noch die Kamera ruhig halten?

Irgendwie ist man das als Arbeitszustand von der Beobachtung anderer Phänomene gewohnt. In dem Augenblick muss man alle Sinne schärfen und sich absolut auf den Moment konzentrieren. Aber wir haben die meiste Zeit regelrecht an den Scheiben geklebt und wollten alles mit eigenen Augen sehen, möglichst nur kurz durch die Kameras. Der eigene Eindruck, der ist das Wertvollste. Das Erlebnis kann einem niemand mehr nehmen.

Alles zur SoFi 2015 in Leipzig

Evelyn ter Vehn

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