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Fluglinie Hof/Plauen-Frankfurt hängt von Bayerns Gnaden ab

Fluglinie Hof/Plauen-Frankfurt hängt von Bayerns Gnaden ab

Die Zukunft der Regionalfluglinie Hof/Plauen-Frankfurt ist weiter ungewiss.Erst in letzter Minute soll sich bei einem Spitzengespräch an diesem Freitag in der Münchner Staatskanzlei entscheiden, ob die stark defizitäre Linie fortgeführt werden kann und wer sie künftig betreiben wird.

Hof/Plauen/München. rd. Die vorerst letzte Maschine der Cirrus Airlines wird an diesem Freitagabend kurz vor 22 Uhr in Hof-Pirk landen.

Die Saarbrücker Fluggesellschaft hatte die 1972 gestartete Flugverbindung erst vor einem Jahr von Augsburg Airways übernommen, ihren Drei-Jahres-Vertrag aber bereits zum 30. April dieses Jahres wieder gekündigt. Als Grund nannte Cirrus Airlines mangelnde Wirtschaftlichkeit. Zuletzt hat der Freistaat Bayern die für die Unternehmen in Nordostbayern und dem sächsischen Vogtland wichtige Linie mit 2,3 Millionen Euro im Jahr subventioniert. Weitere 600.000 Euro teilten sich die Stadt Hof sowie die Landkreise Hof und Wunsiedel.

Finanzielle Probleme bereiten vor allem die stark rückläufige Passagierzahl. Sie ist infolge der Wirtschaftskrise und zahlreicher Flugausfälle im vergangenen Jahr von 25.000 im Jahr 2008 auf zuletzt nur noch knapp 15.000 gesunken. Nach Angaben des Hofer Oberbürgermeisters Harald Fichtner (CSU) fehlen im Etat so mehr als eine Million Euro im Jahr, die die finanzschwachen Kommunen in Ostoberfranken alleine nicht schultern könnten.

Neben der Cirrus Airlines hat sich auch die Ostfriesische Lufttransportgesellschaft (OLT) in Emden um die Fortführung der Linie beworben. Zu den Chancen auf eine Einigung wollten sich am Mittwoch weder die Flughafengesellschaft noch die Staatskanzlei äußern. An dem Treffen am Freitag nehmen Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), dessen Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP), der Hofer OB Fichtner und die beiden Bewerber für die Linie teil. Dabei geht es nach Angaben von Flughafengeschäftsführer Klaus-Jochen Weidner um das künftige Betriebskonzept und dessen Finanzierung. Bislang sah der Flugplan von Montag bis Freitag drei Hin- und Rückflüge vor.

Seehofer wie Zeil hatten im Vorfeld die strukturpolitische Bedeutung der Linie für die Wirtschaft im ehemaligen Grenzland unterstrichen. Offen blieb vor dem Gipfeltreffen am Freitag jedoch, ob der Freistaat bereit ist, seinen Zuschuss deutlich aufzustocken. Eine Rolle für die künftige Akzeptanz der Fluglinie spielt auch die Frage, wann der Flugbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Denn bis auf weiteres sind keine Buchungen möglich.

Sowohl in Nordostbayern wie auch im benachbarten Südwestsachsen gibt es aber auch Kritik an der Linie. Die Stadt Plauen macht ihre künftige Beteiligung am Regionalflughafen Hof-Plauen vom Fortbestand der Verbindung abhängig, dort stört sich insbesondere die Fraktion der Linken an den Kosten von rund 150.000 Euro pro Jahr.

Die oberfränkische Landtagsabgeordnete Ulrike Gote von den Grünen sprach am Mittwoch gar von einer Verschwendung von Steuergeldern. „Wenn die Staatsregierung nun erneut der bayerischen Bevölkerung für eine wirtschaftlich völlig unrentable und ökologisch schädliche Verkehrsanbindung in die Tasche greifen will, ist das unverantwortlich und nicht nachvollziehbar", begründete Gote ihre Forderung nach einem Subventionsstopp für Regionalflughäfen. Jeder Fluggast in Hof koste den Steuerzahler fast 200 Euro.

Manfred Präcklein, dpa

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