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Flugroboter und künstliche DNA: Unternehmen kämpfen gegen Metalldiebe

Flugroboter und künstliche DNA: Unternehmen kämpfen gegen Metalldiebe

Ob Kirchendächer, Telefonkabel oder Teile von Zugschienen: kaum etwas scheint vor dreisten Metalldieben sicher zu sein. Hohe Metallpreise machen Kupfer, Aluminium oder Bronze bei Langfingern beliebt.

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Ein Kupferkabel wird mit künstlicher DNA markiert.

Quelle: dpa

Berlin. Und weil die wertvollen Materialien auch in Fahrleitungsdrähten, Telefonleitungen oder Erdungskabeln stecken, werden auf Diebestouren Internet oder Telefon lahmgelegt oder Züge ausgebremst. „Das ist ein Phänomen, das uns alle beschäftigt“, sagt Jochen Grimmelt, Leiter DB Konzernsicherheit für die Region Ost.

Dabei griffen Gelegenheitstäter mit dem Bolzenschneider genauso zu wie professionelle Banden. Bei der Telekom belief sich der Schaden durch Kupferkabeldiebe nach Angaben eines Sprechers im vergangenen Jahr auf rund 1,2 Millionen Euro - nicht eingerechnet die Arbeitsstunden für Reparaturen oder Ausfälle für Kunden. In diesem Jahr beobachte man bisher ein Ansteigen der Delikte in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Deshalb rüsten betroffene Unternehmen wie die Deutsche Bahn, der Stromkonzern Vattenfall oder die Deutsche Telekom auf - und setzen dabei von der hochmodernen Technik bis zur Info-Kampagne auf eine breite Palette von Maßnahmen. So will Vattenfall unter anderem mit einem Flugroboter seine Lausitzer Tagebauanlagen schützen. Der Mini-Hubschrauber sei mit einer Wärmebildkamera ausgestattet und könne somit auch nachts Fotos von Verdächtigen aufnehmen und zum Leitstand übertragen, sagt Sicherheitschef Siegfried Haase.

Bei der Bahn ist nach Angaben von Grimmelt vorerst kein Einsatz von Drohnen geplant. Dort kämpft man unter anderem mit verdeckten Einsätzen gegen die Kriminellen: So ermittelt die Bundespolizei in Sonderaktionen auch mit zivilen Streifen. Da müsse ein Dieb damit rechnen, dass jemand aus dem Gebüsch springt und ihn festnimmt. Immer wieder sorgen Diebe für blockierte Strecken und ausgebremste Züge - und verursachten nach Konzernangaben im vergangenen Jahr einen Schaden von rund 17 Millionen Euro. Vor allem Ostdeutschland sei wegen der geringer ausgelasteten Infrastruktur und der Nähe zu Osteuropa eine bevorzugte Region für Diebe.

Neben der Überwachung setzen die Unternehmen auch etwa künstliche DNA ein. Dabei werden Kabel oder Schienen mit einer unsichtbare Flüssigkeit gekennzeichnet. Bei dem Versuch, sie zu verkaufen, können sie zugeordnet werden. Zudem werden Metallhändler über Diebstähle informiert. „Die Maßnahmen dienen der Prävention“, sagt Peter-Michael Kessow, Vizepräsident der Bundespolizeidirektion Berlin. Da überlege ein Schrotthändler zweimal, ob er in bestimmten Fällen Metall kaufe.

Und die Bemühungen scheinen sich auszuzahlen: Die Bahn zählte im ersten Halbjahr mit rund 820 Diebstählen etwa 40 Prozent weniger Taten als im Vorjahreszeitraum. Dennoch kein Grund zur Entwarnung, denn immer noch müssen Fahrgäste wegen der Diebe auf ihre Züge warten: Zwischen Januar und Juni gab es bei den Zügen rund 61.400 Verspätungsminuten wegen Diebstählen.

Teresa Fischer, dpa

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