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Flut zieht nach Brandenburg, Lage in Sachsen entspannt sich

Flut zieht nach Brandenburg, Lage in Sachsen entspannt sich

Görlitz. Aufatmen in Sachsen, Anspannung in Brandenburg: Während sich in der Nacht zum Mittwoch die Lage in den Hochwassergebieten in Ostsachen merklich entspannte, bahnte sich das Wasser seinen Weg nach Brandenburg.

Dort wurden Keller, Straßen und Felder überflutet, die Flüsse im Süden des Bundeslandes schwollen am Abend sogar bis zur höchsten Alarmstufe 4 an.

Diese Marke erreichte etwa der Pegelstand der Schwarzen Elster im brandenburgischen Bad Liebenwerda (Elbe-Elster), wie das Hochwassermeldezentrum Cottbus mitteilte. Der Präsident des Landesumweltamtes Matthias Freude sagte am Mittwochmorgen im RBB-Radiosender „RadioEins", die Lage an der Schwarzen Elster sei kritisch. Man überlege, ob die beiden Innenstädte von Bad Liebenwerda und Elsterwerda evakuiert werden müssen, sagte er. Derweil hob der sächsische Kreis Bautzen für seine Orte an dem Fluss um Mitternacht einen Vor-Alarm wieder auf.

Auch die Fluten der Pulsnitz drückten nach Brandenburg und erreichten an der Landesgrenze bei Ortrand (Oberspreewald-Lausitz) die Autobahn A13. Daraufhin sperrte der zuständige Landkreis Oberspreewald-Lausnitz die Strecke zwischen dem sächsischen Thiendorf (Kreis Meißen) und dem brandenburgischen Ruhland komplett.   

 

Für die Spree am Pegel Spremberg (Spree-Neiße) wurde in der Nacht zum Mittwoch die Stufe 4 erwartet. Die Stadt errichtete aus Sandsäcken zwei Notdeiche, um Wohngebiete und Gärten im Uferbereich zu schützen. An der Lausitzer Neiße wurde am Pegel Klein Bademeusel bei Forst (Spree-Neiße) für Mittwochnachmittag mit der zweithöchsten Stufe 3 gerechnet.   

 

Brandenburgs Umweltministerin Anita Tack (Linke) wollte ihren Urlaub abbrechen und am Mittwoch in betroffene Gebiete Südbrandenburgs fahren. Dort will sie sich ein Bild von der Lage machen und Hilfsmaßnahmen koordinieren. Außerdem würden Katastrophenstäbe gebildet, sagte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Dienstag in Potsdam.   

 

Derweil zog in Sachsen Umweltminister Frank Kupfer (CDU) bereits ein erstes Fazit: Die schlimmsten Befürchtungen seien nicht eingetreten. „Die Lage entspannt sich merklich“, sagte auch eine Sprecherin des Görlitzer Kreises am Mittwochvormittag. Deswegen sei am Mittwochmorgen der Katastrophenalarm für die Stadt Görlitz aufgehoben worden. Auch viele Straßen seien wieder befahrbar.   

 

Der Katastrophenstab rechnet damit, den Alarm an der Lausitzer Neiße am Vormittag, am Schwarzen und Weißen Schöps im Laufe des Tages beenden zu können. Zuvor war dieser bereits im Landkreissüden abgesetzt worden.   

 

Erst vor sieben Wochen hatte eine Flutkatastrophe für Schäden in Höhe von rund 800 Millionen Euro. Drei Menschen waren ums Leben gekommen. Kupfer sagte, die Regierung habe noch keinen Überblick über die Schäden des neuen Hochwassers.   

 

Angespannt blieb die Lage mancherorts in Sachsen aber noch: Im Landkreis Meißen bestand der in der Nacht zuvor ausgerufene Katastrophenalarm zunächst weiter. Hier waren die Pegelstände nach Angabe des Lagezentrums der Polizei zunächst unverändert. Auch an der Talsperre Quitzdorf bei Niesky im Kreis Görlitz war am Abend das automatische Entlastungssystem angesprungen, um ein Überlaufen zu verhindern. Ein Teil des Wassers wurde in die umliegende Region abgelassen. Die dortigen Gemeinden seien darauf vorbereitet worden, teilte der Stab mit.   

 

Außerdem wurde aus Sicherheitsgründen eine Wohneinrichtung für Behinderte in Rothenburg geräumt. Das Wasser erreichte dort den Deichrand, rund 200 Menschen waren betroffen. Im gesamten Landkreis waren rund 350 Helfer der Feuerwehren im Einsatz.   

 

An der Elbe in Dresden und im nordsächsischen Mockrehna-Schöna wurde die Alarmstufe 2 überschritten. Hier wird für die kommenden Tage noch ein Pegelstand von deutlich über fünf Metern erwartet, was aber in Dresden kein Problem darstellt

dpa

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