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Förderverein kämpft für die Wiederbelebung des Elsterstausees im Leipziger Süden

Förderverein kämpft für die Wiederbelebung des Elsterstausees im Leipziger Süden

Er ist nur noch ein Schatten seiner selbst: Konnten Leipziger hier einst die Seele baumeln lassen, weiden heute Schafe und Ziegen auf dem trockenen Grund. Seit Jahren kämpft der Förderverein für die Wiederbelebung des Elsterstausees und hat endlich eine gemeinsame Basis mit der Stadtverwaltung gefunden.

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Im September 2006 wurde am Elsterstausee abgefischt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Doch für die Realisierung braucht es Geld.

"Während am Cospudener oder Kulkwitzer See ein ziemliches Gewusel herrscht, findet man bei uns Ruhe und Erholung", schwärmte Klaus-Werner Matzelt, Vorsitzender des Fördervereins Elsterstausee. Man konnte baden, Bootfahren, Schlittschuhlaufen und sogar mit dem Eissegler über das zugefrorene Gewässer flitzen. "Die Schlitten stehen noch immer bereit und warten auf ihren Einsatz." Seit 2008 kämpfen Matzelt und seine Mitstreiter dafür, dass der Elsterstausee wieder einen Zufluss erhält. Lange seien teure Gutachten erstellt worden, immer mit dem Ergebnis eines enormen finanziellen Aufwandes. "Derzeit rechnen wir mit Kosten von 1,5 Millionen Euro, damit der See wieder zum See wird." Mit zahlreichen Aktionen versucht der Verein, den See nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Am morgigen Sonntag steht der traditionelle Förderlauf auf dem Programm. Beginn ist 10 Uhr am Nordufer.

Auch Matthias Kopp, Ortsvorsteher von Hartmannsdorf-Knautnaundorf, fiebert einem intakten Elsterstausee entgegen. Der Anglerverband Leipzig, dessen Geschäftsführer er ist, wäre sofort bereit, die Pacht für den See zu übernehmen: "Die anderen Seen sind große, tiefe Löcher ohne Nährstoffe. Hier könnten wir wieder Karpfen produzieren und damit den Weihnachtsbedarf der Leipziger locker abdecken." Um die Funktionsfähigkeit wieder herzustellen, schlägt Kopp die Nutzung des Oberwassers vom Hartmannsdorfer Wehr vor. "Eine einmalige Investition, ohne hohe Folgekosten durch eine Pumpe."

Um das Thema Wasser dreht sich auch ein anderes Problem, welches nicht zuletzt durch das Hochwasser an Brisanz gewann. "Während die Deiche der Elster gehalten haben, überfluteten die desolaten Grabensysteme Teile der Ortschaften. Das Wasser strömte ungehindert in die Häuser." Grund sei: Im Zuge von Sanierungen wurden viele alte Gräben zerstört. Trotz Schriftverkehr und Ortsbegehungen seien die Behörden tatenlos geblieben.

Frank Brüggeboes machte auf die dramatische Schulwegsituation aufmerksam. "500 Meter und zwei Straßenquerungen im Kurvenbereich liegen zwischen Hort und Grundschule. Diese Strecke müssen die Kinder ohne Begleitung bewältigen", erklärte der Vorsitzende des Fördervereins der 60. Grundschule in Knautkleeberg. Dies sei für viele Eltern unerträglich. Ebenso wie das Warten auf den dringend notwendigen Erweiterungsbau. "Vor fünf Jahren waren wir noch einzügig, nun haben wir drei Klassen pro Jahrgang. Wir platzen aus allen Nähten." Doch schaut man in den Schulentwicklungsplan werde dem kaum Rechnung getragen. Ortsvorsteher Kopp wies auf die Größe des Schulbezirkes hin. "Die 60. ist die einzige Grundschule weit und breit. Unsere Kinder können nicht einfach auf eine andere Einrichtung in der Nachbarschaft ausweichen." Umso mehr Bedeutung erhalte eine moderne Bildungsstätte: "Unbedingt gebraucht wird ein ordentlicher Essensraum und eine Turnhalle", betonte Brüggeboes. Es ärgert ihn, dass der Neubau, den Oberbürgermeister Jung schon für Mitte 2012 angekündigt hat, noch immer nicht steht.

Besorgt zeigte sich auch Rolf Hüfner vom Feuerwehrverein Knautnaundorf: "Was wird aus unseren Gerätehäusern, wenn die neue Stützpunktwehr im Südwesten fertig ist?" In Knautnaundorf beispielsweise verfüge die Wehr über das einzige noch öffentlich nutzbare Gebäude. Auch der Ortschaftsrat tagt dort. "Die Feuerwehr spielt eine wichtige Rolle für das dörfliche Leben. Bricht sie weg, gibt es keinen Anlaufpunkt mehr."

Eine ähnlich wichtige Rolle kommt der Kirche zu, bestätigte Pfarrer Karl Albani. "Hier in den Dörfern haben wir das Glück, seit einigen Jahren wieder viele junge Familien begrüßen zu dürfen. Das wirkt sich auch auf unser Gemeindeleben aus!" Wer einmal Zaungast beim Martinsfest war, könne das bestätigen. Da kommen schnell mal 250 junge Leute zusammen. Im Übrigen verfüge die Gemeinde über einen Superlativ. "Die Knauthainer Rundkappelle gilt als der älteste Kirchenbau Sachsens." Auch Kopp schwärmte: "Es ist die einzige Kirche, die ich kenne, in der man sich beim Gottesdienst anschauen kann."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.06.2013

Uta Zangemeister / Nan Hofmann

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