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Folterskandal in Regis-Breitingen: Sechs Jahre Haft für Vergewaltigung im Jugendknast

Folterskandal in Regis-Breitingen: Sechs Jahre Haft für Vergewaltigung im Jugendknast

Die für Jugendstrafverfahren zuständige 2. Große Strafkammer des Landgerichts Dresden unter Vorsitz von Michaela Kessler hat anm Dienstag einen 20-jährigen Angeklagten aus Mittweida wegen Vergewaltigung zu einer Gesamtstrafe von sechs Jahren Jugendhaft verurteilt.

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Die Jugendstrafvollzugsanstalt Regis-Breitingen.

Quelle: Günther Hunger

Dresden/Regis-Breitingen. Das berichten die Dresdner Neuesten Nachrichten in ihrer Mittwochsausgabe. Die Kammer sah es nach einem mehrwöchigen Prozess als erwiesen an, dass der junge Mann im Frühjahr 2008 im Jugendstrafvollzug Regis-Breitingen einen jüngeren Mitgefangenen sexuell missbraucht hat.

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Jugendstrafe gefordert, Verteidigerin Dr. Ines Kilian einen Freispruch. Ihr Mandant brachte eine Vorverurteilung von drei Jahren Jugendhaft mit, die von der Kammer mit dem Schuldspruch wegen Vergewaltigung zu einer sogenannten Einheitsjugendstrafe von sechs Jahren zusammengefasst wurde. Kilian kündigte gegenüber DNN nach der Urteilsverkündung eine Revision vor dem Bundesgerichtshof an. Dem Angeklagten habe die Vergewaltigung nicht nachgewiesen werden können.

Der Prozess vor dem Landgericht Dresden stand in Zusammenhang mit einem Folterskandal im Jugendstrafvollzug Regis-Breitingen. Dabei soll der damals 17-jährige Gefangene Thomas P., der wegen dreifachen Schwarzfahrens eine halbjährige Jugendstrafe verbüßen musste, von mehreren Mitgefangenen über Wochen brutal misshandelt worden sein. Im Mai 2008 wurde er zunächst von einem Mitgefangenen mit heißem Wasser übergossen. Die Übergriffe, unter anderem wurde Thomas P. mit einem Besenstiel geschlagen, gipfelten in einem Mordversuch: Zwei Gefangene zwangen den jungen Mann, sich mit einem Gürtel selbst zu strangulieren. Dabei wurde er mit einem Messer in Schach gehalten. Die beiden Haupttäter stehen gegenwärtig wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Leipzig.

Thomas P. war nach Angaben eines Gutachters ein Opfertyp, der sich gegen die systematischen Handlungen und Demütigungen, zu denen auch die Vergewaltigung durch den heute 20-jährigen Mittweidaer gehören soll, nicht wehrte. Erst bei dem Mordversuch hatte er sich in Todesangst in ein Dienstzimmer von Vollzugsbediensteten geflüchtet. Das Justizministerium hatte nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine Untersuchung eingeleitet, konnte aber Mitarbeitern des Vollzugsdienstes kein Fehlverhalten nachweisen. Auch die Anstaltsleitung hatte keine Fehler gesehen. Derartige Vorfälle ließen sich in einer Jugendhaftanstalt nicht hunderprozentig vermeiden, hatte die stellvertretende Anstaltsleiterin Claudia Ramsdorf gegenüber DNN erklärt.

Thomas Hartwig

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