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Frauenhäuser in Sachsen sind am Limit – Fälle immer komplexer

Frauenhäuser in Sachsen sind am Limit – Fälle immer komplexer

Die Frauenhäuser in Sachsen sehen sich am Limit. Die Landesarbeitsgemeinschaft Frauenhäuser und Interventionsstellen (LAG) fordert eine bundesweite Regelung für die Finanzierung der Hilfsangebote für Opfer von Gewalt in der Familie.

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Blick in eine Frauenschutzwohnung der Caritas in Leipzig. (Archivfoto)

Quelle: Andreas Döring

Borna. „Es gibt keine gesetzliche Verpflichtung für Kommunen, Frauenhäuser zu unterstützen“, sagte Kerstin Kupfer von der LAG. „Wir gehören immer noch zu den freiwilligen Aufgaben.“

Landesmittel allein seien nicht ausreichend zur Finanzierung der Arbeit. Zusätzliche Mittel kämen daher von Landkreisen und Kommunen. Die seien häufig knapp. „Wir arbeiten seit Jahren am Limit“, sagte Kupfer.

Im Frauenschutzhaus in Borna etwa gebe es drei Mitarbeiterinnen, die zusammen nicht einmal auf zwei Vollzeitstellen kämen. In Löbau sei das Frauenhaus geschlossen worden, weil finanzielle Mittel fehlten. Zittau sei deutlich verkleinert worden.

Bei Ausstattung und Personal für Frauenschutzhäuser und -wohnungen rangiere Sachsen bundesweit im hinteren Feld. „Wo wir führend sind, ist die enge Verzahnung von Frauenhäusern, Interventionsstellen und Täterberatungsstellen“, sagte Kupfer.

Die Einrichtung von sieben Interventionsstellen, die eng mit der Polizei zusammenarbeiten und von Täterberatungsstellen sei 2003 ein Riesenfortschritt gewesen. Derzeit gebe es in Sachsen 16 Frauenschutzhäuser und -wohnungen.

Die Arbeit in den Frauenhäusern habe sich in den vergangenen Jahren gewandelt. „Die Fälle werden immer schwieriger.“ Und: Immer mehr Frauen und Kinder kämen mit psychischen Belastungen oder Erkrankungen in die Schutzhäuser. „Sie leiden häufig an posttraumatischen Belastungsstörungen“, sagte Kupfer.

Eine Gewaltbeziehung dauere durchschnittlich sieben Jahre, bevor sich das Opfer zum Handeln entschließe. Die psychotherapeutischen Möglichkeit reichten nicht aus, um rasch zu helfen. Die Wartezeiten seien viel zu lang.

Im Jahr 2011 registrierte die Polizei laut Innenministerium rund 2831 Fälle von Gewalt in Familien. Das waren vier Prozent mehr als im Jahr davor. Es gab 2146 Tatverdächtige. 83 Prozent waren Männer.

Laut Sozialministerium stehen für die Frauen- und Kinderschutzhäuser in Sachsen in diesem Jahr 462 300 Euro zur Verfügung. 2011 suchten mehr als 600 Frauen mit insgesamt 580 Kindern Schutz in einem Frauenhaus. Die Zahlen blieben über die Jahre etwa konstant.

Gitta Keil, dpa

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