Volltextsuche über das Angebot:

25 ° / 13 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Freistaat Sachsen initiiert ein Distanzgebot für Sexual- und Gewaltstraftäter

Freistaat Sachsen initiiert ein Distanzgebot für Sexual- und Gewaltstraftäter

Die Opfer von Sexual- und Gewaltverbrechen sollen künftig per Gericht vor den Tätern geschützt werden. Eine Initiative aus Sachsen sieht vor, dass Gerichte neben der Strafe künftig auch ein Distanzgebot gegen Sexual- und Gewaltstraftäter auferlegen können.

Dresden. Damit solle eine „echte Rechtslücke“ im Strafrecht geschlossen werden, teilte das Justizministerium am Sonntag in Dresden mit. Über den Vorstoß wollten die Justizminister auf ihrer Konferenz Mitte dieser Woche (18. und 19. Mai) beraten, mehrere Bundesländer hätten bereits Unterstützung signalisiert. „Wir müssen einen Schutzraum für die Opfer schaffen“, sagte der sächsische  Justizminister Jürgen Martens (FDP).

„Wenn Täter und Opfer in unmittelbarer Nachbarschaft wohnen, dann muss der Täter umziehen und nicht, wie bisher häufig, das unschuldige Opfer flüchten.“ Für diese sei die Straftat mit der Verurteilung des Täters nicht abgeschlossen, in der Regel blieben langjährige Traumata. Wenn der Täter dann noch im unmittelbaren Umfeld wohne, arbeite oder sich aufhalte, bedeute das vor allem für missbrauchte Kinder und Jugendliche eine fortdauernde psychische Belastung, erklärte Martens. Ein räumliches Distanzgebot könne den notwendigen Freiraum schaffen, um die Wirksamkeit von Jugendfürsorgemaßnahmen oder einer psychologischen Betreuung wesentlich zu erhöhen.

„Wir müssen auch im Strafrecht unseren Blick wieder stärker auf die Opfer lenken“, appellierte Martens. Daher solle den Richtern ein Instrument in die Hand gegeben werden, damit sie in geeigneten Fällen nicht nur die Täter bestrafen, sondern auch die Opfer dauerhaft unterstützen könnten. Sie sollten das Distanzgebot im Strafprozess prüfen und aussprechen können, wenn der Täter in der Nähe des Opfers wohne und eine dauerhafte erhebliche Belastung zu erwarten sei. Bisher können solche Anordnungen nur auf Antrag des Opfers in separaten Zivilverfahren und auch nur dann verhängt werden, wenn weitere Übergriffe ernsthaft zu befürchten sind, hieß es.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

  • Farbspiele
    Die Sparkasse Leipzig sucht für Ihren Kalender 2018 farbenfrohe Fotos

    Beim Fotowettbewerb der Sparkasse Leipzig kann nun über die zwölf Kalendermotive abgestimmt werden. Das Voting endet am 31. August 2017. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr