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Früherer Dienstsitz von Erich Mielke mit Millionenaufwand saniert - Verstärkte Aufarbeitung

Früherer Dienstsitz von Erich Mielke mit Millionenaufwand saniert - Verstärkte Aufarbeitung

Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall ist ein Kernstück der früheren Stasi-Zentrale in Berlin mit Millionenaufwand saniert worden. Am Mittwoch besichtigten Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, das denkmalgerecht hergerichtete Haus 1 mit dem original erhaltenen Dienstsitz von Stasi-Chef Erich Mielke.

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Ein Nebenzimmer des original erhaltenen Büros von Stasi-Chef Erich Mielke auf dem Stasi-Gelände an der Normannenstraße in Berlin.

Quelle: dpa

Berlin. Das Gebäude wurde mit elf Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II besuchertauglich gemacht.

Dies sei ein weiterer Meilenstein bei der verstärkten Aufarbeitung des SED-Unrechts, sagte Neumann in der einstigen Zentrale des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). An dem historischen Ort wandte sich der CDU-Politiker zugleich gegen Verklärung und Vergessen. Die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem DDR-Unrechtsstaat werde weitergehen, das sei erklärtes Ziel der Bundesregierung. Das Leid der Opfer sei nicht vergessen.

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Berlin. Mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Mauerfall ist ein Kernstück der früheren Stasi-Zentrale in Berlin mit Millionenaufwand saniert worden. Am Mittwoch besichtigten Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) und der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen, Roland Jahn, das denkmalgerecht hergerichtete Haus 1 mit dem original erhaltenen Dienstsitz von Stasi-Chef Erich Mielke.

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Um ein Konzept für die Schaltstelle des SED-Herrschaftssystems war rund 20 Jahre lang gestritten worden. Nun wurde eine Kooperation zwischen der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen und dem Verein Antistalinistische Aktion (ASTAK) unterschrieben. Danach wird eine gemeinsame Dauerausstellung über das Wirken der Staatssicherheit erarbeitet. Sie soll Mitte 2013 auf drei Etagen eröffnet werden. Bis dahin ist eine Interims-Ausstellung zu sehen. Die Mielke-Zimmer sind ebenfalls ab Samstag geöffnet.

Der Verein hatte bis zur Sanierung ein Stasi-Museum in Haus 1 betrieben, auf eigene Ausstellungsprojekte gepocht und sich an den Rand gedrückt gefühlt. Der Chef der Stasi-Unterlagenbehörde, Roland Jahn, hatte dazu in einem dpa-Gespräch betont: „Gesellschaftliches Engagement bei der Aufarbeitung muss unterstützt und nicht weggedrückt werden“. Vereine und Initiativen werden demnach ihren Sitz wieder in Haus 1 haben.

Bislang konnten nur Teile des riesigen Betonkomplexes auf rund 22 Hektar im Stadtteil Lichtenberg gelegentlich besichtigt werden. Nach Jahns Vorstellungen soll das Areal langfristig zu einem Campus der Demokratie entwickelt werden. Dazu gehören sollen das Archiv mit Millionen Akten, eine Bibliothek sowie Buchshop und ein Café. Gerade für die jüngere Generation müsse das Wirken der Diktatur erfahrbar gemacht werden, sagte der einstige DDR-Bürgerrechtler.

Die Stasi, die sich als „Schild und Schwert“ der herrschenden SED-Partei verstand, residierte seit 1961 an der Lichtenberger Normannenstraße - hermetisch abgeriegelt von der Öffentlichkeit - mit bis zu 7000 hauptamtlichen Stasi-Mitarbeitern. Nach dem Mauerfall stürmten am 15. Januar 1990 aufgebrachte DDR-Bürger die Zentrale und retteten säckeweise Unterlagen vor der Vernichtung. Sie besiegelten damit das endgültige Aus des Spitzelministeriums.

Daran wird am Samstag mit einem Besuchertag unter dem Motto „Wissen wie es war“ erinnert. Jahn wird sich zusammen mit seinen Amtsvorgängern Marianne Birthler und Joachim Gauck der Diskussion stellen. Jahn betonte, das Stasi-Unterlagen-Gesetz sei eine Erfolgsgeschichte. Vor 20 Jahren konnten die ersten Bürger ihre Stasi-Akten lesen. Bis heute sei das Interesse hoch. Der Umgang mit der Hinterlassenschaft des DDR-Geheimdienstes sei weltweit einmalig.

Im Foyer von Haus 1 steht auch ein beigefarbener Kleinbus, in dem getarnt Gefangene transportiert wurden. Im Amtssitz von Mielke sind auf einem großen, polierten Holzschreibtisch zwei schwarze Telefone zu sehen. Die blau bezogenen Stühle und Sessel sehen frisch gereinigt aus.

Der ASTAK-Verein, dem frühere Bürgerrechtler und Stasi-Opfer angehören, lobte zwar die Sanierung, sieht aber gerade die frischen Farbanstriche in Fluren und Treppenhäusern kritisch. An einigen Stellen sei der ursprüngliche, muffige Geruch des Stasi-Ministerium nun weg, hieß es.

Jutta Schütz, dpa

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