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GDL-Chef Weselsky in Leipzig: Bahnstreik soll erst am Sonntag enden

GDL-Chef Weselsky in Leipzig: Bahnstreik soll erst am Sonntag enden

Im Tarifkonflikt mit der Deutschen Bahn lässt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ihr weiteres Vorgehen nach dem laufenden Streik offen. „Wir werden diese Maßnahme am Sonntag punkt neun Uhr beenden und dann über weitere Maßnahmen beraten“, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Freitag in Leipzig.

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Claus Weselsky, Vorsitzender der Lokführer-Gewerkschaft GDL am 8. Mai vor dem Leipziger Hauptbahnhof.

Quelle: André Kempner

Leipzig/Berlin.  Zur Frage, ob es etwa bereits in der kommenden Woche zu weiteren Arbeitsniederlegungen kommen könnte, wollte sich Weselsky nicht äußern. Zur Ankündigung von Bahnchef Rüdiger Grube, noch vor dem geplanten Ende des Streiks einen erneuten Lösungsvorschlag unterbreiten zu wollen, sagte der GDL-Chef: „Ich bin nicht bereit, das zu kommentieren.“

Bahnchef Rüdiger Grube will im Tarifkonflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ein zweites Mal innerhalb kurzer Zeit die Initiative ergreifen. Noch vor dem geplanten Ende des Streiks bei der Deutschen Bahn am Sonntag werde er „die nächste Stufe zünden“, sagte Grube laut einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ am Donnerstagabend bei einer Veranstaltung in Esslingen. Die GDL hatte zuvor einen Vermittlungsvorschlag abgelehnt.

Bahnchef mit "Plan B"

Er habe einen „Plan B“, sagte Grube - dämpfte zugleich aber die Erwartungen: „Die Lösung wird es nicht sein.“ Aus Konzernkreisen hieß es, am Freitag und am Wochenende sei keine Pressekonferenz oder andere öffentliche Ankündigung zu erwarten. Offenbar will Grube hinter den Kulissen versuchen, den Gesprächsfaden mit der GDL wieder aufzunehmen. Der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky hatte am Donnerstag klargestellt, seine Gewerkschaft werde sich derzeit nicht an einer Schlichtung oder einem anderen Vermittlungsverfahren beteiligen. Dies gelte, solange die Bahn ihre Bedingung aufrechterhalte, dass am Ende mit der GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) die gleichen Tarifergebnisse erreicht werden müssten.

Die Bahn hatte die GDL am Mittwoch dazu eingeladen, „sehr kurzfristig die Verhandlungen in der Weise wieder aufzunehmen, dass jede Seite von einer unabhängigen Persönlichkeit ihres Vertrauens begleitet wird“. Aufseiten der Bahn sollte das der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) sein.

Die GDL-Lokführer bestreiken in dem Tarifkonflikt zum achten Mal deutschlandweit den Zugbetrieb der Deutschen Bahn. Der Ausstand soll noch bis Sonntagmorgen dauern. Danach will die Bahn möglichst schnell wieder zum Normalbetrieb zurückkehren.

Güterverkehr braucht Zeit fürs "Aufräumen"

Wie lange dies im Güterverkehr dauern werde, könne noch nicht exakt gesagt werden, sagte am Freitag ein Sprecher der Güterbahn DB Schenker Rail in Frankfurt. Bei der vorherigen, kürzeren Streikwelle habe man für das „Aufräumen“ bis zur Wochenmitte gebraucht. Nach Unternehmensangaben sollten an den insgesamt sieben Streiktagen im Güterverkehr jeweils rund zwei Drittel der sonst üblichen Züge fahren. Besonders wichtige und zeitkritische Güter wie zum Beispiel Teile für die Autoindustrie seien dabei bevorzugt worden. Sonderzüge wurden abgesagt und auch bis Sonntag nicht neu angenommen.

Die deutsche Stahlindustrie rechnet nicht mit Produktionsausfällen durch den Streik. Bislang sei nicht absehbar, dass Hochöfen wegen ausbleibender Rohstoff-Lieferungen abgeschaltet werden müssten, sagte eine Sprecherin der Wirtschaftsvereinigung Stahl. Beim Abtransport des fertigen Materials müssten die Unternehmen verstärkt auf Lastwagen zurückgreifen. Vor allem dadurch entstünden höhere Kosten.

LVZ

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