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GEW: Absage für Lehrerteilzeit kein Anlass zum Jubeln

GEW: Absage für Lehrerteilzeit kein Anlass zum Jubeln

Erleichterung, aber auch Sorgen bestimmten bei Sachsens Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den Tag nach dem Sieg im wochenlangen Streit mit der Regierung.

Dresden. Anlass zum Jubeln sah GEW-Chefin Sabine Gerold am Mittwoch nicht. Sie wertete zwar das Einlenken der Arbeitgeber im Konflikt um die Zwangsteilzeit als großen Erfolg der Lehrer. Es gebe aber noch zu viele ungeklärte Fragen, die gegen eine Jubelfeier sprächen.

„Möglicherweise kommen noch böse Überraschungen auf uns zu“, sagte Gerold in Dresden. Denn noch sei offen, wie das Ende der Teilzeitarbeit für die rund 14 000 Lehrer an Sachsens Mittelschulen und Gymnasien finanziert werden solle. Nach Angaben Gerolds soll es nach Pfingsten ein Treffen der Lehrervertreter mit den Arbeitgebern geben. Die Einladung sei am Dienstag von der Regierung ausgesprochen worden.

GEW und die dbb tarifunion sagten die für den 20. Mai in Dresden geplante Lehrerdemonstration ab. „Vorerst, in dieser konkreten Situation“, fügte Gerold an. Die Pädagogen seien weiter kampfbereit - wenn es weitere Einschnitte bei der Bildung geben sollte. „Die Gefahr ist groß“, sagte Gerold mit Blick auf Planungen, die Stellen im öffentlichen Dienst bis 2020 um 18 000 zu reduzieren. „Fast die Hälfte aller Stellen sind im Bildungsbereich angesiedelt.“ Daher werde vermutlich der Bildungsbereich von Kürzungen in hohem Maße getroffen. „Dagegen werden wir dann wieder mobil machen.“

Sachsens Regierung hatte am Dienstag im wochenlangen Streit um Arbeitszeiten der Pädagogen eingelenkt. Sie nahm die Pläne zurück, die Lehrer von Mittelschulen und Gymnasien zu weiterer Teilzeitarbeit zu zwingen. Die Regierung will nun erreichen, dass möglichst viele Lehrer freiwillig weiter verkürzt arbeiten. Zugleich soll gesichert werden, dass jährlich 130 junge Lehrer an den betreffenden Schulen eingestellt werden können.

Die Bedingungen sind noch unklar. Unklar ist auch, wie viele Lehrer freiwillig weiterhin verkürzt arbeiten wollen. Zu Jahresanfang hatten sich in einer Umfrage etwa die Hälfte der Pädagogen dafür ausgesprochen. Die Bereitschaft könne aber angesichts des harten Kurses der Regierung durchaus abgenommen haben, so die GEW.    Nahezu alle Lehrer Sachsens arbeiten seit 1992 in unterschiedlichem Maße in Teilzeit. Der entsprechende Tarifvertrag für Mittelschulen und Gymnasien läuft zum 31. Juli aus. Angesichts knapper Kassen wollte die Regierung ursprünglich erreichen, dass der Vertrag verlängert wird. Die Lehrervertretungen lehnten das strikt ab und beriefen sich auf die Zusage für Vollzeit im Tarifvertrag. In der vergangenen Woche schaltete sich Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) ein und beauftragte die Minister für Finanzen sowie Kultus, das Problem zu lösen.

„Das, was gestern passiert ist, ist nicht der Sieg zweier starker Männer: Eines Ministerpräsidenten, der endlich ein Machtwort gesprochen hat, und eines Kultusministers, der drauf gehofft hat, dass der Ministerpräsident seinen Finanzminister zurück pfeift“, sagte Gerold. „Es ist eindeutig der Sieg von 34 000 Lehrerinnen und Lehrern“, also aller Pädagogen im Freistaat, die sich solidarisch verhalten hätten.

dpa

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