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Gartenpartys und Rapsfelder: Sorge um Sachsens Störche

Naturschützer warnen Gartenpartys und Rapsfelder: Sorge um Sachsens Störche

Die Storchenjungen wagen sich aus dem Nest. Naturschützer beklagen, dass es für Meister Adebar weniger Nahrung gibt. Auch Gartenpartys seien ein Problem.

Ein Weißstorch mit seinem Jungtier.

Quelle: dpa

Dresden. In den Storchennestern Sachsens scheint es in diesem Sommer weniger Nachwuchs zu geben. „Wir haben noch nicht komplett gezählt, aber vom Trend her werden es nicht so viele junge Adebare sein wie im Vorjahr“, sagte Sylvia Siebert vom Naturschutzinstitut in Dresden. Sie führt dort die Weißstorchdatenbank. Die Jungvögel unternähmen derzeit ihre ersten Flugversuche. Im vergangenen Jahr hätten 342 Brutpaare im Land 628 Jungtiere aufgezogen. Die meisten Paare gebe es in den Regionen Großenhain, Riesa, Bautzen, Görlitz und Leipzig. 

Die derzeitige Hitzewelle stelle für die Jungvögel keine ernstzunehmende Gefahr dar, sagte Siebert. Sie könnten zum Beispiel Schutz unter den Flügeln der Eltern finden. Den alten Störchen machten hohe Temperaturen wenig aus.

Zunehmend Sorge bereiteten den Naturschützern Feuerwerkskörper, die jetzt vermehrt auf Gartenpartys und anderen Festen in die Luft geschossen würden, berichtete Siebert. Das mache den Störchen Angst, in ihrer Panik würden sie dann ihre Jungen aus dem Nest werfen. 

Naturschützer beklagten auch, dass die Tiere wegen der Landwirtschaft immer weniger Nahrung fänden, sagte Siebert. Rapsflächen zum Beispiel seien für die Störche zu dicht. Sie bräuchten abgemähte Wiesen, auf denen sie Frösche, Mäuse oder Heuschrecken jagen könnten. Solche Klagen gibt es seit langem. Im bundesweiten Vergleich liege Sachsen, was die Anzahl der Brutpaare betrifft, im Mittelfeld. 1351 Brutpaare seien zum Beispiel in Brandenburg im Jahr 2013 gezählt worden. In Mecklenburg-Vorpommern waren es 828, in Niedersachsen 648, in Sachsen-Anhalt 606 und in Baden-Württemberg 531. Neuere Zahlen lägen noch nicht vor, so Siebert.

Sabine Fuchs

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