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Gauck ehrt Sachsen und Thüringer

Bundesverdienstkreuz Gauck ehrt Sachsen und Thüringer

Hohe Auszeichnung: Bundespräsident Joachim Gauck zeichnet am Donnerstag in Berlin fünf Sachsen und Thüringer mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik aus. Geehrt werden Bürgerrechtler, Gedenkstätten-Initiatoren und eine Kinofrau aus Thüringen, die der offiziellen DDR-Linie ein freies Programm entgegensetzte. LVZ.de stellt die fünf Frauen und Männer vor.

Bundespräsident Joachim Gauck empfängt am Donnerstag fünf Sachsen und Thüringer, um deren Engagement zu würdigen.

Quelle: AFP

Berlin/Leipzig. Bundespräsident Joachim Gauck zeichnet am Donnerstag im Berliner Schloss Bellevue 15 Frauen und 17 Männer mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik aus – darunter sind diesmal auch fünf Sachsen und Thüringer, die für ihr demokratisches Engagement geehrt werden. Die Auszeichnungen gehen auf Vorschläge aus der Bevölkerung zurück, die von den jeweiligen Staatskanzleien an das Bundespräsidialamt weitergereicht wurden, und sind nicht mit Preisgeldern verbunden. Die LVZ stellt die fünf Sachsen und Thüringer vor.

Gabriele Beyler (49, Torgau) und Bettina Klein (49, Leipzig) erhalten die Ehrung, weil sie sich für die Aufarbeitung der Geschichte des Geschlossenen Jugendwerkhofs Torgau eingesetzt und eine Gedenkstätte initiiert haben, die heute von Land und Bund gefördert wird. Außerdem riefen die beiden Frauen, die unter anderem Ausstellungen konzipieren und im Vorstand des Trägervereins der Gedenkstätte arbeiten, eine Selbsthilfegruppe für Betroffene zur Aufarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse ins Leben. Gabriele Beyler und Bettina Klein werden auf Vorschlag von ehemaligen Torgauer Jugendwerkhof-Insassen ausgezeichnet. Bis zum November 1989 wurden dort mehr als 4000 Jugendliche eingewiesen.

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Diese fünf Sachsen werden am Donnerstag von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet.

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Mit Tobias Hollitzer (49, Leipzig), dem Leiter des Museums in der Runden Ecke, wird eines der markanten Oppositionsgesichter des Herbstes 1989 geehrt. Er engagierte sich bereits als Jugendlicher in Leipzig in Dritte-Welt- und Umweltgruppen und gehörte zu den Organisatoren des Pleißepilgerwegs am 4. Juni 1989 - „einer mutigen Aktion, bei der zahlreiche Menschen für gesellschaftliche Veränderungen eintraten“, begründet das Bundespräsidialamt seine Entscheidung. Im Dezember 1989 hatte Hollitzer das Bürgerkomitee Leipzig mitgegründet und kämpfte für die MfS-Auflösung sowie den Erhalt der Stasi-Akten. Seither klärt er über die Diktatur in der DDR auf.

Der evangelische Pfarrer Ralf-Uwe Beck (53, Eisenach) setzt sich seit 30 Jahren für Naturschutz und Bürgerrechte ein. Er gründete in der DDR eine freie Umweltgruppe, wurde noch vor dem Fall der Mauer Mitglied im Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und baute nach der Wiedervereinigung den Landesverband Thüringen des BUND mit auf. Außerdem initiierte Beck schon 1990 auf dem ehemaligen Grenzstreifen das Kunst- und Erinnerungsprojekt Baumkreuz, bei dem sich jedes Jahr im November Menschen aus Ost und West treffen. Darüber hinaus engagiert sich Beck seit 1997 im Verein Mehr Demokratie.

Dagmar Wagenknecht (65, Weimar) „hat über ihre Leidenschaft für die Filmkunst zum Widerstand in der DDR beigetragen“, heißt es in der Ordensbegründung über eine Frau, deren Name in Thüringen als Synonym für freies Kino steht. Sie war ab 1982 die Leiterin des Kinoklubs in Erfurt, des ersten Programmkinos der DDR. Trotz Repressalien arbeitete sie mit kritischen Künstlern sowie kirchlichen Einrichtungen zusammen, und zeigte Filme, die woanders kaum zu sehen waren. Nach der Wiedervereinigung setzte sich Dagmar Wagenknecht für den Erhalt der freien Programmkinos ein.

Von Andreas Debski

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