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Gedenken an die Opfer des Holocaust im Dresdner Landtag

Kritik an Pegida Gedenken an die Opfer des Holocaust im Dresdner Landtag

Im sächsischen Landtag ist am Mittwoch an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert worden. Als Gastrednerin forderte die Holocaust-Überlebende Charlotte Knobloch mehr Patriotismus und Selbstbewusstsein in Deutschland.

Im Dresdner Landtag und an vielen Orten Sachsens wurde am 27. Januar der Opfer des Nationalsozialismus gedacht.

Quelle: dpa

Dresden. - Im sächsischen Landtag ist am Mittwoch an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert worden. Als Gastrednerin forderte die Holocaust-Überlebende Charlotte Knobloch mehr Patriotismus und Selbstbewusstsein in Deutschland.

Zugleich warnte die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland eindringlich und in einer sehr persönliche Rede vor dem wiedererstarkenden Antisemitismus in Deutschland und ganz Europa. „71 Jahre nach dem Holocaust werden auch in Europa wieder Menschen ausgegrenzt, diffamiert und ermordet, weil Sie Juden sind“, sagte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern ist. Das sei ein Armutszeugnis.

Knobloch betonte: „Sprachlosigkeit und Ratlosigkeit können wir uns nicht erlauben“. Nicht zuletzt stehe die europäische Idee auf dem Spiel. Judenfeindlichkeit sei „längst wieder salonfähig geworden“. Sie wuchere an den „schmutzigen Rändern Rechts und Links“, aber auch in der Mitte der Gesellschaft, sagte Knobloch.

Kritik übte sie auch an der fremdenfeindlichen Bewegung „Pegida“-Bewegung, zu der keine Patrioten gehörten, sondern „Scharfmacher“. Das betreffe auch Teile der Partei AfD, die radikal rechts und nationalistisch sowie von Neonazis unterwandert sei.

Knobloch appellierte auch, den Satz „Wir sind das Volk“ als Demokraten ernst zu nehmen. „Überlassen Sie das Wir nicht den Falschen, den ideologischen Scharfmachern und Hetzern“, forderte sie. „Wir müssen aufrechte Patrioten sein - nicht trotz, sondern wegen unserer schrecklichen Geschichte“, fügte sie hinzu.

Dulig: Respekt statt Hetzparolen

Auch der sächsische Landtagspräsident Matthias Rößler (CDU) rief zu mehr gesellschaftlicher Wachsamkeit und noch mehr politischer Entschiedenheit gegen antisemitisches Gedankengut und antijüdische Ressentiments auf. „Es beschämt mich, wenn Juden in Europa heute wieder in Angst leben, wenn sie wieder ihr Judentum in der Öffentlichkeit verbergen müssen und aus Europa emigrieren“, sagte Rößler.

Der stellvertretende Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) betonte in seinem Grußwort: „Wir brauchen Streit um die Sache und Respekt statt Hetzparolen“. Wenn es ein Vermächtnis von Auschwitz für die heutige Zeit gebe, dann sei es „die besondere Achtung vor den grundlegenden Werten Vielfalt, Toleranz und Mitgefühl in einer pluralen Gesellschaft“.

An der Gedenkstunde im Plenarsaal des Sächsischen Landtags nahmen mehr als 300 geladene Gäste aus Politik und Gesellschaft teil, darunter zahlreiche Vertreter von Opferverbänden. Unter den Vertretern aus Kirchen und der jüdischen Gemeinden war Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing und der Dresdner Rabbiner Alexander Nachama. Musikalisch gestaltet wurde die Gedenkstunde durch den Synagogenchor Dresden.

Die Stadt Leipzig bat Bürger zur Gedenkstätte Abtnaundorf eingeladen. Am 18. April 1945 schossen dort Gestapo und SS eine Baracke des ehemaligen Außenkommandos vom KZ Buchenwald mit 300 eingeschlossenen Häftlingen in Brand. Mehr als 80 von ihnen kamen dabei ums Leben oder starben später an ihren Verletzungen.

Der Internationale Holocaust-Gedenktag wird seit 2006 jeweils am Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau (27. Januar) begangen. Rund 1,1 Millionen Menschen, vor allem Juden, wurden in Auschwitz umgebracht. Insgesamt wurden in den Konzentrations- und Vernichtungslagern der Nationalsozialisten rund sechs Millionen Juden ermordet.

Von LVZ

Dresden 51.050409 13.737262
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