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Gedenkstätte Torgau ruft DDR-Heim-Missbrauchsopfer zur Mithilfe auf

Aufarbeitung Gedenkstätte Torgau ruft DDR-Heim-Missbrauchsopfer zur Mithilfe auf

Im Geschlossenen Jugendwerkhof (GJWH) Torgau wurden bis zur Wende Jugendliche zeitweise weggesperrt. Die dortige Gedenkstätte ruft Missbrauchsopfer nun zur Mithilfe bei der Aufarbeitung sexueller Gewalt auf.

Quelle: dpa

Torgau. Die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof (GJWH) Torgau hat Missbrauchsopfer aus DDR-Heimen zur Mithilfe bei der Aufarbeitung sexueller Gewalt durch die Unabhängige Kommission aufgerufen. Die geplanten Anhörungen Betroffener und Zeitzeugen böten erstmals die Chance, dass Opfer zu Wort kommen und zur Aufklärung beitragen könnten, hieß es in einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung. Betroffene sollten sich melden und bei der Erhellung „eines besonders dunklen Kapitels der DDR-Heimerziehung“ helfen.

„Erst wenn Strukturen und Machtmechanismen erkannt sind, wird es möglich sein, Missbrauch und Misshandlung künftig, auch in Heimen, zu verhindern“, sagte die Vorsitzende des GJWH-Trägervereins, Gabriele Beyler. Die Anhörungen seien dazu ein erster Schritt. Beyler mahnte eine Gleichbehandlung der Opfer an - unabhängig von Zeit und Ort erlebter Traumata. Hilfeleistungen aus dem Fonds Missbrauch blieben ehemaligen DDR-Heimkindern bislang jedoch verwehrt, kritisierte sie.

Torgau war der einzige geschlossene Jugendwerkhof in der DDR. Von 1964 bis 1989 waren dort 4000 Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren zeitweise weggesperrt und sollten durch eiserne Disziplin und Drill zu „sozialistischen Persönlichkeiten“ umerzogen werden. Betroffene berichten von eiskalten Zwangsduschen, Strafhungern, Prügeln und tagelangem Einzelarrest. Seit 1997 ist das Areal Gedenkstätte.

LVZ

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