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Generationswechsel beim MDR - Viele Spekulationen um Führungspositionen

Generationswechsel beim MDR - Viele Spekulationen um Führungspositionen

MDR-Intendant Udo Reiter spricht nur in kargen Worten über sein derzeit wichtigstes Projekt. Ende September wird der Rundfunkrat sieben von acht Direktoren wählen.

Das MDR-Gebäude in der Leipziger Kantstraße.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Reiter hat das Vorschlagsrecht für die „MDR-Regierung“ und geht derzeit mit seinem Personaltableau auf Roadshow in den Gremien. Mindestens zwei wichtige Positionen werden neu besetzt: So scheiden Fernsehdirektor Wolfgang Vietze und die Chefin des Landesfunkhauses Sachsen, Ulrike Wolf, im kommenden Jahr aus Altersgründen aus.

Vietze ist seit neun Jahren Fernsehdirektor. Er verantwortet die erfolgreiche ARD-Krankenhausserie „In aller Freundschaft“, die Krimiserien „Polizeiruf 110“ und „Tatort“ sowie die Talkshow Riverboat. Bis zur Wahl am 27. September ist es nicht mehr lang -  und aus dem Sender sind bereits Personalspekulationen zu hören. So ist als Nachfolger Vietzes mit einiger Überraschung Sportchef und ARD- Box-Kommentator Wolf-Dieter Jacobi im Gespräch. Der Intendant der Dreiländeranstalt will dazu aber nichts sagen und meint nur: „Als Erstes informiere ich den Rundfunkrat.“

Jacobi (44) war maßgeblich verantwortlich für die erfolgreiche Berichterstattung von den olympischen Winterspielen im Februar in Vancouver. Dabei hatte der MDR die Federführung für die gesamte ARD. Neben den sportlichen Höhepunkten meisterte Jacobi auch den Einstieg in das hochauflösende Fernsehen HDTV, das für die öffentlich-rechtlichen Sender mit der Winterolympiade begonnen hat. Der jugendlich wirkende Jacobi, der in Borna bei Leipzig geboren wurde, hatte Ende 2005 den entlassenen Wilfried Mohren abgelöst. Mohren wurde später vom Landgericht Leipzig wegen Bestechlichkeit, Vorteilsannahme, Betrugs und Steuerhinterziehung zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Für den Posten des Fernsehchefs hatten viele eher Sandro Viroli (52) auf dem Plan, den Stellvertreter Vietzes. Doch er soll nach den Spekulationen als Direktor ins Landesfunkhaus Dresden wechseln. Viroli wurde in Cesena in Italien geboren. Er ist seit 1991 beim MDR und war zunächst Redaktionsleiter im Landesfunkhaus Thüringen. Danach leitete er die Nachrichtenredaktion „MDR aktuell“, später wurde er Chef des Boulevardmagazins „Brisant“.

Weniger brisant ist die Wahl der anderen Direktoren. Die Chefin des Landesfunkhauses in Magdeburg, Elke Lüdecke, wurde erst im März für fünf Jahre bestätigt und steht nicht zur Wahl. Ihr Kollege in Erfurt, Werner Dieste, gilt als unumstritten. Auch Betriebsdirektorin Gabriele Arlt, Verwaltungsdirektor Holger Tanhäuser und die juristische Direktorin Karola Wille stehen wohl auf Reiters Plan.

Über Hörfunkdirektor Johann Michael Möller, der 2006 von der Tageszeitung „Die Welt“ kam, ist aus dem Sender nicht nur Begeisterung zu hören. Kaum beim MDR angekommen, war er schon als Nachfolger von Deutschlandradio-Intendant Ernst Elitz im Gespräch. Später gab es das Gerücht, das Magazin „Focus“ wolle ihn haben.

Im kommenden Jahr wird eine weitere Spitzenposition unterhalb der Direktorenebene frei: Dann feiert Fernseh-Chefredakteur Wolfgang Kenntemich seinen 65. Geburtstag. Der profilierte Journalist ist einem bundesweiten Publikum von Wahlsendungen und Tagesthemen- Kommentaren bekannt. Bereits Anfang 2010 ging der Chef von Inforadio, Christian Schneider, in den Ruhestand. Für ihn gab es schon einen Nachfolgekandidaten, der aber nicht zum Zuge kam.

Im MDR heißt es, es laufe wohl auf einen gemeinsamen Chefredakteur für Radio und Fernsehen hinaus. Eine Personalie bleibt spannend: Udo Reiter ist 66 Jahre alt und wurde bis 2015 gewählt. Obwohl es nicht alle glauben, betont der dienstälteste ARD-Intendant stets, dass er die volle Amtszeit ausschöpfen will.

Rolf Westermann, dpa

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