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Gewerkschaften wollen Altersteilzeit tariflich regeln - Verhandlung mit Landesregierung

Gewerkschaften wollen Altersteilzeit tariflich regeln - Verhandlung mit Landesregierung

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes in Sachsen wollen mit der Regierung über einen „Demografie-Tarifvertrag“ verhandeln. Im Kern geht es um eine tarifrechtliche Regelung der Altersteilzeit.

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Quelle: dpa

Dresden. Nach Angaben der Gewerkschaften vom Montag stehen aber auch Themen wie Gesundheitsförderung oder Aus- und Weiterbildung zur Diskussion. Man habe wiederholt versucht, in dieser Sache mit dem Finanzministerium Kontakt aufzunehmen - leider erfolglos, beklagten Vertreter mehrerer Gewerkschaften. Es gelte die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes auch in Zukunft zu gewährleisten. Heute seien schon 80 Prozent der Landesbeschäftigten älter als 45 Jahre.

Ein Argument der Gewerkschafter heißt „Wissenstransfer“. Ältere hätten bei Teilzeit die Chance, Erfahrungen an Jüngere weiterzugeben, und könnten zugleich die „Tretmühle“ eher verlassen. Gerade im Bildungsbereich funktioniere das gut, da junge Lehrer auch an Schulen ausgebildet würden, sagte die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Sabine Gerold. „Viele können jenseits der 60 gar nicht mehr“, stellte Verdi-Landesbezirksleiter Thomas Voß mit Blick auf zunehmende Arbeitsverdichtung klar. Deshalb brauche man ein Konzept, was mit den Landesaufgaben perspektivisch passiere: „Was man nicht machen kann, ist dazusitzen und nichts zu tun.“

Zugleich mutmaßte Voß über ein „Geheimpapier“, wonach die Regierung das Problem drohenden Personalmangels über eine Kürzung von Urlaubstagen und eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit lösen könne. Die Gewerkschafter gehen davon aus, dass es in der Bevölkerung Rückhalt für ihre Forderungen gibt. Ob für Altersteilzeit auch gestreikt werden soll, ließ Helmut Overbeck vom Deutschen Beamtenbund noch offen. Womöglich sei der „Mobilisierungsgrad“ bei diesem Thema nicht so groß. „Ob ein 30-Jähriger für die Altersteilzeit eines 55-Jährigen auf die Straße geht, ist zu bezweifeln.“

Die FDP-Fraktion im Landtag begrüßte die Forderung nach flexibleren Beschäftigungsverhältnissen und eine entsprechende Anpassung von Tarifverträgen. „Hier ist es in der Tat sinnvoll, wenn die Tarifpartner entsprechend das Gespräch suchen. So könnten etwa Lebensarbeitszeitkonten ein Thema sein, um beispielsweise Spielraum für Pflegezeiten zu schaffen“, erklärte der Abgeordnete Benjamin Karabinski. Aber die Gewerkschaft müsse auch etwas einbringen und könne nicht nur mehr Geld von den Arbeitgebern fordern. Beide Seiten müssten offen sein für notwendige Veränderungen, damit der demografische Umbruch in der Verwaltung ohne große Reibungsverluste gelinge.

Den Zeitpunkt für ihre neuerliche Forderung hatten die Gewerkschaften nicht zufällig gewählt: Sie sollte noch vor der Kabinettsklausur zum Haushalt öffentlich gemacht werden. Die Gewerkschafter befürchten, dass dort Pflöcke eingeschlagen werden, die den Spielraum für Lösungen später einschränken. Es wäre sinnvoll, wenn die Regierung bei diesem Thema über den Zeitraum eines Doppelhaushaltes hinausschaue, betonte DGB-Vize Markus Schlimbach.

dpa

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