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Greenpeace-Protest in Deuben – „Mitarbeiter werden gefährdet“

Ballon über Schornstein Greenpeace-Protest in Deuben – „Mitarbeiter werden gefährdet“

Greenpeace hat am Dienstag mit rund 100 Aktivisten das Kraftwerk in Deuben besetzt. Für Aufregung sorgte ein symbolischer Korken über dem Schornstein. „Dadurch wurden Mitarbeiter gefährdet“, sagte Geschäftsführer Bernd-Uwe Hase.

Proteste in Deuben.
 

Quelle: dpa-Zentralbild

Deuben.  Umweltaktion im Kraftwerk Deuben bei Zeitz: Rund 100 Aktivisten von Greenpeace haben am Dienstagmorgen einen Schornstein besetzt. Sie drangen gegen 6.30 Uhr auf das Werksgelände ein und kletterten über eine Stahltreppe auf den Schlot. Dort befestigten sie Banner mit der Aufschrift „Coal Kills“.

Hintergrund ist eine bevorstehende Entscheidung des Bundeskabinetts, alte Kraftwerke in eine Reserve zu überführen. Greenpeace geht das nicht weit genug. Der Umweltverband fordert, alle Kohlekraftwerke vom Netz zu nehmen. „Die Bundesregierung muss mindestens die ältesten und schmutzigsten Kohlekraftwerke sofort dicht machen. Anders wird Deutschland sein Klimaziel meilenweit verfehlen“, hieß es in einer Greenpeace-Mitteilung.

Für Aufregung sorgte zwischenzeitlich ein über dem Schornstein schwebender Ballon. „Er sollte einen Korken symbolisieren“, erklärte Greenpeace-Energieexpertin Susanne Neubronner gegenüber LVZ.de.

Greenpeace hat das Kraftwerk in Deuben besetzt.

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Bernd-Uwe Hase, kaufmännischer Geschäftsführer des Kraftwerkes, war über diese Aktion am Mittag richtig sauer. Dadurch seien Mitarbeiter gefährdet worden. „Das kann ich nicht billigen“, sagte er auf Anfrage. Mibrag-Sprecherin Sylvia Werner ergänzte: „Durch den Ballon bestand die Gefahr eines Rückstaus. Das hätte bis hin zu einer Verpuffung führen können“, sagte sie.

Die Mibrag forderte ihre rund 80 Mitarbeiter auf, das Kraftwerksgebäude zu verlassen. Nur eine Notbesetzung habe weitergearbeitet. Laut Geschäftsführer Hase seien die Abgaswerte ständig kontrolliert worden. „Zur Not hätten wir auch Sicherheitsventile öffnen können, die machen einen Heidenlärm“, erklärte er. Laut eines Polizeisprechers könne die Aktion als gefährlichen Eingriff in den Betrieb gewertet werden. Die Beamten hätten mehrere Personalien notiert.

Neubronner sah dagegen keine Notsituation. Die Abgase hätten am Ballon vorbei ungehindert entweichen können, versicherte sie.

Greenpeace hatte die Aktion bei der Mibrag per E-Mail angekündigt. „Die ist aber erst um 3.30 Uhr eingegangen, da konnten wir nicht mehr reagieren“, so Hase. Gegen friedlichen Protest habe er nichts, so der Geschäftsführer. Greenpeace sei mit dem Ballon aber zu weit gegangen. Zudem war auch die Zufahrt blockiert. Lastwagen mit Asche, Briketts und Kalk konnten nicht mehr passieren. Fahrzeuge und Gebäude seien beschmiert worden. Laut Sprecherin Werner sind die Protestierer zudem über Zäune geklettert und so widerrechtlich auf das Betriebsgelände gelangt. Nach Angaben eines Polizeisprechers müssen sie nun mit einer Anzeige wegen Hausfriedensbruchs rechnen.

Am Mittag war ein Großteil der Blockierer vom Schornstein wieder heruntergeklettert. Die Proteste gingen danach am Boden weiter.

Von Matthias Roth

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