Volltextsuche über das Angebot:

6 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Großbanken verschweigen Auskunft zu Online-Betrügereien - Sparkasse Dresden: 94 Fälle

Großbanken verschweigen Auskunft zu Online-Betrügereien - Sparkasse Dresden: 94 Fälle

Die deutschen Großbanken geben nach einem Bericht der Leipziger Volkszeitung (Sonnabendausgabe) keine Auskunft über die wachsende Kriminalität beim Online-Banking.

Leipzig. Das Bundeskriminalamt rechnet 2010 mit einem Anstieg um 71 Prozent auf 5000 Fälle. Laut BKA-Chef Jörg Ziercke ist diese Zahl „nur die Spitze des Eisberges“. Auf Anfrage des Blattes lehnten Deutsche Bank, Commerzbank, Deutsche Postbank und Hypo-Vereinsbank es ab, Auskunft über das Ausmaß der Betrügereien zu geben. Da Kunden aufgrund einer EU-Regelung nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit haften, verzichten viele Betroffene auf eine Anzeige. Die Banken begleichen die Schäden und haben ein wirtschaftliches Interesse an der Geheimhaltung. Nach Einschätzung von Bitkom, dem Branchenverband der Informationswirtschaft, bremst die Angst der Kunden vor Kriminalität die Entwicklung des Online-Bankings.

Laut BKA-Chef Ziercke wird keine Zahl von den Banken so geheim gehalten, wie die der Betrugsfälle in diesem Bereich. Fachleute sprechen dabei von Phishing: Die Täter leiten den Bankkunden auf eine eigene Webseite um, die der des Geldinstituts gleicht.

Im Unterschied zu den Großbanken war die Sparkasse in Dresden bereit, Zahlen zu nennen. Demnach gab es in diesem Jahr bisher 94 Phishing-Attacken. Damit zeichnet sich im Vergleich zu 2008 für 2010 ein Anstieg um 600 Prozent ab. Gemessen an jährlich 16 Millionen Online-Transaktionen sei der Anteil jedoch sehr niedrig, betonte das Unternehmen. Meist sei es gelungen, die Überweisung zu stoppen, ansonsten lägen die Schäden bei durchschnittlich 5000 Euro. Die Sparkasse Leipzig wollte sich zur Gesamtzahl der Attacken nicht äußern, sprach nur von einer steigenden Tendenz. Ein tatsächlicher Schaden sei im ersten Halbjahr 2010 in 24 Fällen entstanden.

2008 waren mit Hilfe des Geheimzahl-Verfahrens iTAN die Delikte bundesweit zurückgegangen. Nach Einschätzung von Ziercke wird der deutsche Bankenmarkt inzwischen jedoch von drei Arten von Schadsoftware angegriffen, gegen die iTAN machtlos ist.

Armin Görtz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus News
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr