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Grüne loben Kultusminister für Reformidee

Grüne loben Kultusminister für Reformidee

Sachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU) hat mit Vorschlägen zur Reform des Lehramtes eine neue Bildungsdebatte ausgelöst. Wöller hatte sich am gleichen Tag im Gespräch mit der in Chemnitz erscheinenden „Freien Presse“ unter anderem dafür ausgesprochen, die Ausbildung von Grundschullehrern und Erziehern für Kindertagesstätten viel enger als bisher zu verzahnen.

Chemnitz/Dresden. Zudem kündigte er an, die Ausbildungszeit für Grundschullehrer von derzeit fünf auf vier Jahre zu verkürzen. Das Referendariat solle nicht mehr wie bisher 18 Monate dauern, sondern nur noch ein Jahr. Während die Grünen den Minister für einen Großteil seiner Ideen lobten, kam von der SPD und dem Sächsischen Lehrerverband Kritik. Sie befürchten Qualitätsverluste.

Wöller schlug eine eigene Exzellenzinitiative für Lehrerausbildung vor. Bisher gibt es das nur für die Spitzenforschung an den deutschen Hochschulen. Ein solcher bundesweiter Qualitätswettbewerb um das Pädagogenstudium sei aufgrund der Bedeutung des Berufsstandes für die Gesellschaft gerechtfertigt, sagte die bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Annekathrin Giegengack. „Das sind völlig neue Töne, die da aus dem Kultusministerium kommen. Manchmal bedarf es erst einer Krise, um lang aufgeschobene Probleme anzugehen.“   

Die Grünen signalisierten für den Großteil von Wöllers Ideen Unterstützung. „Bei der Reform des Grundschullehramtes ist uns vor allem wichtig, dass der jahrelange Grundsatz „Kleine Kinder, kleine Pädagogik - große Kinder, große Pädagogik“ überwunden wird.“ Denn in den ersten vier Schuljahren würden die Grundlagen für den weiteren erfolgreichen Bildungsweg von Kindern gelegt. „Gewinnt die Qualität der Ausbildung durch eine Verkürzung des Studiums, werden wir sie unterstützen“, betonte Giegengack.

Aus Sicht der SPD-Fraktion würden Grundschullehrer damit wieder Lehrer zweiter Klasse. „Eine Grundschullehrerin ist wichtiger für die Entwicklung eines Kindes als der beste Gymnasiallehrer“, sagte die bildungspolitische Sprecherin Eva-Maria Stange. Dennoch würden Letztere immer noch länger ausgebildet und besser bezahlt. Dazu noch die praktische Ausbildung im Referendariat zu kürzen, „grenzt an Zerstörungswut“. Dies sei zum Schaden der Lehrkräfte und Schüler.

Auch der Sächsische Lehrerverband warnte vor einer Verkürzung der Lehrerausbildung und verwies auf die gestiegenen Anforderungen und die Tatsache, dass in der Primarstufe die Grundlagen für den weiteren Bildungsweg gelegt werden. Er fordert stattdessen Umstrukturierungen im Grundschulstudium, das fachwissenschaftlicher und praxisbezogener sein müsse. Eine Verkürzung der Studiendauer oder des Referendariats lehnte der Verband strikt ab. Wöllers Pläne seien „für die Gewinnung des Lehrernachwuchses nicht dienlich“.

dpa

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