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Grünen-Spitzenkandidatin Göring-Eckardt: „Da hat sich eine Ostdeutsche durchgesetzt“

Grünen-Spitzenkandidatin Göring-Eckardt: „Da hat sich eine Ostdeutsche durchgesetzt“

Sie ist die nächste ostdeutsche Frau, die an einer parteipolitischen Spitze in den Wettbewerb geht: Katrin Göring-Eckardt, oft auch nur „KGE“ genannt. Ihre Urwahl-Kür stellt auch eine Zäsur dar.

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Die Spitzenkandidatin der Grünen, Katrin Göring-Eckardt, hofft auf ein besseres Ergebnis bei der Bundestagswahl im nächsten Jahr in Ostdeutschland.

Quelle: Maurizio Gambarini

Berlin. Frage: Ist Ihre Kandidatinnen-Kür die späte Rache der Rest-DDR, dass es jetzt wirklich ostdeutscher, protestantischer, weiblicher und bürgerlicher in Deutschland zugehen soll, nachdem es mit Angela Merkel so nicht geklappt hat?

Katrin Göring-Eckardt: Das ist Quatsch. Natürlich haben mich viele Ossis während der Urwahl unterstützt. Aber das war in anderen Landesteilen nicht anders. Auch in West-, Nord- und Süddeutschland wollen viele in der Partei das fortsetzen, was wir in Stuttgart und Baden-Württemberg, in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz sehr erfolgreich angefangen haben. Wir kämpfen auch um eine Wählerklientel, die einerseits wertebewusst ist und andererseits von der Union enttäuscht ist. Das Gute jetzt ist, dass die Grünen eine breite Mischung auch an der Spitze vorzeigen können.

Aber es schadet nicht, dass jemand wie Sie aus Ostdeutschland kommt und aus der Kirche stammt und nicht dem linksrevolutionären Clubs des alten Westdeutschlands verbunden ist?

Es gibt den spürbaren Wunsch bei den Grünen, dass Menschen mit unterschiedlichen Biografien an der Spitze stehen. Da geht es weniger um das Alter. So jung und frisch bin ich ja auch nicht mehr. Aber es schadet ganz sicher nicht, dass ich aus dem Osten komme und tief verwurzelt im Protestantismus bin und aus der friedlichen Revolution heraus erwachsen bin. Ich bin auch froh darüber, dass das Signal gesetzt wurde: Da hat sich eine Ostdeutsche in einem Wettbewerb um die Spitze durchgesetzt. Das ist für die Ossis, die immer denken, sie haben in der gemeinsamen Republik keine Chance, vielleicht auch ein weiteres ganz wichtiges Vorbild.

Ist die Urwahl der Spitzenkandidaten eine demokratische Zäsur auch für die anderen Parteien?

Das gab es jedenfalls noch nicht. Vielleicht sind wir Grünen damit wie in vielen anderen Dingen ein ansteckendes Beispiel. Es hat sich gezeigt, dass es dabei durchaus Überraschungen geben kann. Vor allen Dingen hat die Urwahl dazu geführt, dass die Partei selbst dabei extrem aktiv geworden ist. Ich kann nur sagen: Keine Angst vor der Basis, keine Angst vor der Urwahl!

Sollen Sie so etwas wie der grüne Angriffsbolzen gegen Angela Merkel sein, während Jürgen Trittin die harte männliche politische Auseinandersetzung im Allgemeinen führt?

Wir sind beide Spitzenkandidaten. Wir kümmern uns beide um „alles“. Wir wissen, dass die Union in den Städten immer weniger das Lebensgefühl der Menschen trifft, auch derjenigen nicht, die früher ganz selbstverständlich CDU oder CSU gewählt haben. Ich stehe gerne dafür, dass wir uns auch für diese Menschen als Alternative anbieten. So gesehen bin ich gerne eine Garantin für die „neue Bürgerlichkeit“, für den neuen Zusammenhalt, ohne dass darunter nur der Nutzen für das eigene Portemonnaie verstanden wird. Wir stehen in der Verantwortung auch für die, die nach uns kommen. Deshalb sind wir für die Energiewende und den Klimaschutz. Wir bemühen uns um die Leute, die früher nicht automatisch grün gewählt haben, die sich das jetzt aber überlegen. Es schadet nichts, dass sich unser werteorientierter Kurs auch in der Grünen-Spitzenkandidatur widerspiegelt.

Weshalb schließen Sie Schwarz-Grün generell aus?

Weil wir für das Andere kämpfen. Für eine andere Koalition bräuchte man ein Mindestmaß an inhaltlicher Übereinstimmung. Es gibt aber bei CDU und CSU zu viele aufgegrabene Politikfelder, da gibt es mit den Grünen keine gemeinsame Plattform. Ich sage ja nicht, Schwarz-Grün geht aus ideologischen Gründen nicht oder das hat es ja noch nie gegeben. Aber wir sind einfach meilenweit auseinander: Stichwort Betreuungsgeld, Stichwort Energiewende, Stichwort Flüchtlinge.

Wollen Sie die FDP überflüssig machen und die Union wie auch die SPD in deren volksparteilichen Angeboten ergänzen?

Die Wähler haben sich doch nachhaltig gegen die FDP entschieden. Ich bin gern dabei, das zu forcieren. Wer von CDU und CSU enttäuscht ist, hat bei uns einen guten Platz.

Lesen Sie auch ein Interview mit Parteichefin Renate Künast, die fordert: "Die Grünen sollten nach der Urwahl ihren Standort in der linken Mitte nicht aufgeben."

Interview: Dieter Wonka

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