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Halbleiter-Förderung: Tillich sieht Umdenken bei EU

Halbleiter-Förderung: Tillich sieht Umdenken bei EU

Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) sieht Anzeichen für ein Umsteuern der EU bei Beihilfen für die Halbleiterbranche. Die EU habe erkannt, dass es nicht um Wettbewerb innerhalb Europas gehe, sondern um weltweite Konkurrenz, sagte Tillich am Freitag in Dresden.

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Dresden gilt als wichtigster europäischer Halbleiterstandort. Jeder zweite in Europa produzierte Chip stammt von hier. Damit die Sachsen im weltweiten Wettbewerb auch künftig mitspielen können, ist Rückendeckung der EU gefragt.

Quelle: dpa

Dresden. Bislang gibt es in Europa Obergrenzen für eine staatliche Förderung, während asiatische oder amerikanische Konzerne auf ungleich höhere Zuschüsse bauen können. Tillich sprach unlängst in Straßburg mit Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia über das Problem. Man habe sich darauf verständigt, dass die EU zunächst im Bereich Forschung und Entwicklung die Beihilferegelung überprüft. Wünschenswert sei das später auch für die „Volumenfertigung“ - sprich für Investitionen in die eigentliche Chipfabrikation.

Ende November unternimmt die sächsische Regierung einen neuen Vorstoß. Am 28. November reisen Tillich und seine Minister für zwei Tage zur „Kabinettssitzung“ nach Brüssel, um dort mit diversen EU-Kommissaren zu beraten. Tillich sah das Bemühen am Freitag auch humorvoll: Wenn man in Brüssel eine Behörde erst einmal in Gang gesetzt habe, dann höre sie auch nicht mehr auf zu arbeiten.

Mit Blick auf die Branche in Sachsen blieb der Ministerpräsident optimistisch. In Dresden sei inzwischen die „kritische Masse“ an Unternehmen erreicht, was wiederum eine Sogwirkung entfalten könne. Seit Sommer ist auch Intel mit einer Niederlassung in Dresden präsent. Das Unternehmen will sich vor allem mit der Weiterentwicklung von Chips für den Mobilfunk befassen.

Schon auf der europäischen Halbleiter-Messe Semicon hatten Experten in der Vorwoche deutlich gemacht, dass Europa nur mit vereinten Kräften auf dem Halbleitermarkt wettbewerbsfähig bleibt. Semi Europe-Chef Heinz Kundert verlangte mehr Unterstützung der Politik. „Wir müssen die Schlüsseltechnologien in Europa halten und fördern.“ Wenn immer mehr Wissen nach Übersee verschwinde, koste das Tausende Jobs und führe zum Verlust einer eigenständigen europäischen Produktionskette.

Investitionskosten von bis zu 6 Milliarden Euro für eine 300-Millimeter-Waferfabrik und bis zu 10 Milliarden Euro für eine 450-Millimeter-Fertigung könne kein Land allein bewältigen. Tillich zufolge will die EU im Sommer 2012 ihre Strategie für die Schlüsseltechnologie Halbleiter vorstellen.

Am Freitag kam es schon mal auf nationaler Ebene zum Schulterschluss. Der sächsische Halbleiter-Branchenverband Silicon Saxony unterzeichnete eine Kooperationsvereinbarung mit dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom). Zunächst geht es um Informationsaustausch und eine Vernetzung der Internetauftritte. Perspektivisch erhoffen sich die Branchen aber durch die Kooperation auch neue Produkte.

dpa

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